Mig Ayesa

Bei den Worten "We will rock you" fällt den meisten Leuten als erstes Queen, Freddie Mercury und tolle Musik ein.

Doch fragt man einen Musicalfan was ihm bei den Worten einfällt, fallen die Worte "London, Dominion Theatre, Party, etc." Was das bedeutet?

Man nehme 27 Queen-Songs, verpacke sie in 2 1/2 Stunden Comedy und man hat als Ergebnis 2 Jahre unglaublichen Erfolg.

Brian May und Roger Taylor haben sich mit Ben Elton zusammengetan und ein Musical mit 100% Erfolgsgarantie geschrieben. In 2 Akten á ca. 1 Std. können wahre Queen Fans eine Party feiern. So manch ein "Queen-Nicht-Kenner", der sich das Musical einfach mal aus Interesse angeschaut hat, wird allerspätestens beim Finale (We Will Rock You, We are the Champions und Bohemian Rhapsody) zum Queen Fan.

Doch nicht nur die Musik von Queen machte dieses Musical zu so einem Erfolg! Die Darsteller der einzelnen Rollen verleihen dem ganzen Stück erst den besonderen Charakter! Unsere Redakteurinnen Anne-Katrin Wolf und Katrin Güntzschel hatten den Hauptdarsteller Miguel Ayesa, der den Galileo Figaro spielt, im Interview. Wie er seine Rolle bei WWRY sieht und wie er sich seine Zukunft vorstellt lesen Sie hier.

Das Interview

stagePress: Zurzeit bist du in der Hauptrolle des Queen-Musicals We will rock you in London zu sehen. Erkennst du dich in der Rolle wieder bzw. was verbindet dich mit Galileo?

Mig: Oh, das ist eine sehr gute Frage. Wir suchen beide nach unserer Bestimmung im Leben. Nach einem hohen Ziel. Wir fragen uns wohl beide ab und zu, was wir hier eigentlich auf der Welt machen.

stagePress: Spielst du gerne den Galileo oder vermisst du deine Auftritte als Pop?

Mig: Ich spiele sehr gerne Galileo. Wenn ich noch im Ensemble spielen würde, dann würde ich Pop vermissen. Aber die Rolle des Galileo ist eben die Hauptrolle, darum vermisse ich Pop nicht.

stagePress: Deine eigene Musik wirkt sehr tiefgründig. Wie entstehen deine Songs?

Mig: Meine Inspiration bekomme ich aus dem Alltag. Es sind ganz unterschiedliche Dinge, die mich inspirieren. Das können Leute auf der Straße sein, Kinder, Liebespaare usw. Aber auch Träume oder Menschen, die ich kennen lerne. Jeder hat seine eigene Geschichte zu erzählen, seinen eigenen Film und seine eigene Vorstellung von dem, was wir hier auf der Welt machen.

stagePress: Wird es eine CD von dir geben?

Mig: Definitiv ist leider noch nichts. Ich arbeite derzeit an neuem Material, aber ich brauche noch einen Plattenvertrag. Durch die gute Verbindung zu Brian May und Roger Taylor habe ich gute Chancen einen Plattenvertrag zu bekommen. Ich würde auch gerne mit Brian arbeiten, aber das ist erst mal nur ein Traum. Da ist noch nix konkret. Wir hatten uns nur mal kurz nach der WWRY-Vorstellung am 31.1.04 darüber unterhalten. [Anmerkung: Mike Dixons letzter Abend – Brian hat beim Finale auf der Bühne gespielt]

stagePress: Wo siehst du dich in Zukunft eher: Musicalbühne? Pop-Carts?

Mig: (lacht) Am Liebsten in der Schweiz beim Ski fahren. Am Besten noch von der eigenen Hütte runter.

Ach, ich bin offen für die unerwarteten Dinge im Leben. Aber in Zukunft wäre ich gerne ein erfolgreicher Produzent, Songwriter, Künstler und Kinostar.

stagePress: Wie hat deine musikalische Laufbahn begonnen?

Mig: Ich habe mit 7 Jahren begonnen Klavier zu spielen. Mit 10 war ich dann im Highschool Chor. Mit 14 hab ich in Schulbands mitgespielt. (Die Bands waren schlecht, aber die Musik war gut). Ich habe keine Gesangs- bzw. Musicalausbildung. Neben dem Studium hatte ich einen Nebenjob (Werbeaufnahmen). Dann wurde die ganze Sache neben dem Studium zu viel und ich habe die Uni vor dem Abschluss verlassen. Meine erste Musicalrolle war dann Ritchie Valens in dem Musical Buddy.

stagePress: Vermisst du deine Heimat Australien?

Mig: Ja, ich vermisse den Lifestyle, das Wetter, den Strand und meine Familie. In Australien ist alles leichter, nur das Leben als Schauspieler nicht. Da ist London besser und aufregender. Ich werde hier auch noch einige Jahre bleiben, da ich mir hier einiges aufgebaut habe.

stagePress: Würdest du an einem Casting teilnehmen, um so die große Karriere zu machen? (Knebelverträge, vorgeschriebenes Management, festgelegte Plattenfirma, etc.?)

Mig: Ich persönlich wäre jetzt zu alt dafür, aber wenn ich 19 oder 20 wäre, würde ich es wahrscheinlich tun. Durch diese Castingshows ist es einfacher ins Musikgeschäft hinein zu kommen. Früher konnte man einfach ein Demoband und ein Foto an die Plattenfirma schicken und so kam man zu einem Vertrag. Heute wird das Demoband noch vor dem Anhören in den Müll geworfen. Erst wenn du mit einem Manager auftauchst, hören sie sich das Band an. Aber die Abstimmungen bei den Castingshows sind Scheiße. [Originalton Mig: bullshit]

stagePress: Verfolgst du Casting-Sendungen wie Pop Idol?

Mig: Ja, wenn ich Zeit habe. Besonders lustig finde ich die Auditions. Das ist manchmal so, als würde man sich einen Autounfall in Zeitlupe ansehen.

stagePress: Du warst auch mal fern von der Bühne als Schauspieler tätig, wenn auch nur in einer kleinen Rolle (Brooklyn Vampire – Queen of the Damned). Wie hat dir dieser Ausflug gefallen. Könntest du dir vorstellen auch eine Hauptrolle zu spielen?

Mig: Ja! Auf jeden Fall! Queen of the Damned war mein größter Film. Leider hat man einen Teil mit mir raus geschnitten. (Szene am New Yorker Times Square)

Wenn man Theater spielt ist es schade, dass man sich selber nicht sehen kann. Klar, man kann sie Show ansehen, wenn man frei hat. Aber da sieht man sich ja nicht selber.

Das Interview führten Kathrin Güntzschel und Anne-Katrin Wolf für stagePRESS.


Weitere Specials