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„Immer vorwärts Schritt für Schritt“ – diese Textzeile hat für viele Wolfsheim-Fans am 30.7. eine ganz andere Bedeutung gewonnen, das Ferienende in Skandinavien und der Ferienbeginn in einigen deutschen Bundesländern machte die Anreise nach Schwerin zu einer Geduldsprobe. Die sich aber gelohnt hat! Es gab Gänsehautmusik vom Feinsten auf der wunderschönen Freilichtbühne in Schwerin.
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Den Anfang machte miLù, sinnigerweise mit „Schnappschuss“, so dass ihr Auftritt mit den Worten „Heut ist alles anders...“ begann. Ja, es ist anders als Mila Mar, aber geblieben ist die unglaubliche Stimme und Bühnenpräsenz von Anke, die das Publikum schnell in ihren Bann zu ziehen wusste. Und die Musik von miLù kann sich hören lassen, auch und grade live, Kompliment für die schönen Arrangements! Wenn auch der geheime Wunsch vieler Wolfsheim-Fans, Peter Heppner möge sich auf der Bühne gemeinsam mit miLù dem „Lustschmerz“ hingeben, nicht erfüllt wurde – es war ein brillianter Auftritt, musikalisch perfekt und unglaublich emotional und intensiv.
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Nach dieser Reise durch die Gefühlswelt ging es musikalisch in die Vergangenheit, genauer gesagt ins Mittelalter, allerdings im elektronischem Gewand. Qntal hatten es anfangs nicht ganz leicht mit dem Publikum, wussten sich aber trotz „erschwerter Bedingungen“ (ein Technikausfall zwang Michael Popp, eine Zwangspause mit Informationen zur Band und orientalischen Volksliedern als Akkustikversion zu füllen) durchzusetzen. Eine ganz andere, aber ebenfalls interessante Frauenstimme, Musik, die sehr schön in die Umgebung passte (ganz bezaubernd: Das kleine „Mittelalterdorf“ für Kulinarisches und Merchandising!) und ein Keyboarder, dessen Aufgehen in der Musik einfach nett zu beobachten ist – wer Spass haben wollte, hatte ihn.
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Und dann wurde es, auch für die, die meinten, das aktuelle Wolfsheim-Programm von der Casting Shadows-Tour und der Sommertour im letzten Jahr zu kennen, spannend: Die gesamte Bühne wurde durch einen schwarzen Vorhang verhüllt. So hörte man zwar die traditionellen Eröffnungsworte: „Hallo Schwerin, wir sind Wolfsheim“, sah aber nichts. Der Vorhang fiel erst zu Wundervoll, dem neuen Opener. Vielleicht ein Indiz, dass es doch noch eine dritte Single geben wird?
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Auch in Sachen Bühnenbild hat man sich noch einmal etwas Neues einfallen lassen: Ein zweiter, transparenter weißer Vorhang, dahinter schlanke Lichtsäulen, Markus Reinhardts Keyboardtisch mit einem schlichten Laken verhüllt und Peter Heppner mit klassischem Notenständer (mit Cupholder, der Siegeszug dieser segensreichen Erfindung ist scheinbar nicht aufzuhalten...), sehr schlicht, fast minimalistisch, aber sehr stimmungsvoll.
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Nach einigen Stücken in klassischer Zweierbesetzung – darunter „Künstliche Welten“, das Peter bei der Zeile „eine neue Zauberwelt, in der kein Regen fällt“ einen dankbaren Blick nach oben entlockte – fiel dann auch der zweite Vorhang und gab den Blick aufs Schlagzeug frei, und die „Verstärkung“ in Form von Carsten Klatte (Gitarre) und Achim Färber (Drums) betrat die Bhne. Wie gewohnt wurde diese genutzt, um mit erst einmal ein wenig Tempo zu machen, bevor es wieder nachdenklicher und ruhiger weiterging (Setlists aller Bands am Ende des Artikels). Mit dem wie immer frenetisch bejubelten The Sparrows and the Nightingales" und einem begeisterten, wenn auch etwas überraschenden „Danke Rostock (!)“ endete der Hauptteil des Konzertes.
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Zur ersten Zugabe, „Kein zurück“, hatten sich einige Fans etwas besonderes einfallen lassen: Man hatte Kerzen und Wunderkerzen mitgebracht, die die ersten Reihen in festliches Licht tauchten. Auf der Bühne sah man es mit Freude, allerdings war Peter von seinem kleinen „geografischen Ausflug“ wohl doch noch etwas irritiert, auf jeden Fall lieferte er eine nach eigenen Worten „sehr eigenwillige Version“ des Hits ab. Perfekt und wunderschön dagegen „Blind“ im traumhaften Slow Alvarez Mix.
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Zur letzten Zugabe wurden, wie gewohnt, Carsten und Achim schon in den Feierabend entlassen, und nach dem furiosen „Once in a lifetime“ hieß es leider auch für das Publikum, Abschied nehmen und durch den wunderschönen Schweriner Schlosspark zu den Parkplätzen zu spazieren...schöner Abschluß eines wundervollen Abends!
DIE SETLISTS
Wolfsheim : In time - Wundervoll - A million miles - Underneith the veil - Künstliche Welten - Approaching Lightspeed - I won’t believe - Find you’re gone - Heroin she said - Leave no deed undone - Real - Everyone who casts a shadow - And I - This is for love - Lovesong - The Sparrows and the Nightingales / Kein zurück - Blind / This time - Once in a lifetime
miLù: Schnappschuss - Freiheit - Für mich bist du aus Gold - Nimm mich - No Future in Gold - Nie genug - Lustschmerz - Zeitwaise
Qntal: All for one - Blac - Maiden in the mor - Palästinalied - Amor Volat - Dulcis Amor - Flamma - Ecce Gratum
Text und Fotos: © Michaela Suchlich
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