"Wieviel Hände hat Köln?" Frohes Fest mit Unheilig und FAQ

"Wieviel Hände hat Köln?" Frohes Fest mit Unheilig und FAQ

17. Dezember 2006, im Garten blühen die Rosen, die Jacke kann für die paar Schritte vom Parkplatz in die Live Music Hall getrost im Auto bleiben, und auf der Suche nach ein wenig Weihnachtsstimmung ging ich hin, mir alte Lieder im neuen, unheiligen Gewande anzuhören.

Und da war ich nicht die einzige, denn siehe, es war fast kein Platz mehr in der Herberge...


Vorher gab es aber statt drei Weisen aus dem Morgenlande drei schwarzgekleidete Herren aus der Schweiz: FAQ, die Band mit dem Prädikat "Für diese Vorgruppe lohnt es sich immer wieder, rechtzeitig zu kommen", stellten sich und dem Publikum die (auch nicht grade weihnachtliche) Frage, ob Pornografie Kunst sei. So bestimmten denn auch optisch Lack und Leder das Erscheinungsbild des sehr gelungenen Auftritts. Wie immer ein erfreulicher Auftakt, der vom Publikum zu Recht gefeiert wurde.


Nach einer erfreulich kurzen Umbauphase (die vor allem dazu gebraucht wurde, viele, viele Kerzen zu entzünden) wurde es dann feierlich, und es gab die ersten altbekannten Weihnachtslieder. Altbekannt? Doch, das eine oder andere kann man wiedererkennen, vor allem kommen einem natürlich die Texte bekannt vor, aber Unheilig haben weit mehr getan, als die sounsovielte "normale" Weihnachts-CD auf den Markt zu werfen, es handelt sich um sehr eigenständige Interpretationen, teils wunderschön, teils experimentell, aber meist sehr stimmig. Also nicht grade eine CD, die man auflegt, wenn die Verwandtschaft zum Weihnachtsessen kommt, aber eine schöne Sache.


Der Graf war leider gesundheitsbedingt stimmlich nicht ganz auf der Höhe, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Richtig besinnlich wurde es allerdings weniger bei den Weihnachtsliedern, sondern bei den "regulären" Balladen wie "Astronaut" oder ganz am Schluß "Mein Stern". Da leuchteten die Wunderkerzen auf, und da wurde auch lauthals mitgesungen.


Überhaupt klappte das Mitsingen bei den "echten" Unheilig-Stücken weit besser, Weihnachtslieder zu singen scheint einfach "ungoth" zu sein, selbst wenn der Graf sie vorsingt. Dabei haben wir das Über-den-Schatten-springen doch grade erst in Sachen Fernsehkonsum so schön geübt mit Frank, dem Weddingplaner ;-)


Auf jeden Fall war es ein sehr schöner Abend, und wenn man denn überhaupt am Auftritt von Unheilig etwas bemäkeln möchte, dann die Tatsache, dass der Ort des Geschehens ("Kööööln") vielleicht doch ein - oder zweimal weniger erwähnt hätte werden können?

Wie immer bei Unheilig ist neben dem Frontman insbesondere der Bühnenbildner und "Lichtzauberer" lobend zu erwähnen, was er übrigens anlässlich des letzten Konzertes auch am Ende wurde, wie alle anderen Beteiligten auch. Schöne Geste, ebenso wie das zusammen mit FAQ (ganz brav in Jeans und T-Shirt) gesungene Abschlußlied.



Und weil das so eine wunderschöne Überleitung ist, an dieser Stelle auch von mir vielen Dank fürs Mitlesen und für zahlreiche Kommentare, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch, man liest sich hoffentlich 2007!

Text und Fotos: © Michaela Suchlich

Die Bilder des Abends: