Unheilig: Jahresabschlußkonzert 2008

Unheilig: Jahresabschlußkonzert 2008

Köln, Expo XXI, 20.12.08

Es war kein Weihnachts-, sondern ein Jahresabschlußkonzert. Es gab relativ wenig Lieder aus „Frohes Fest“ zu hören. Und trotzdem kam beim Unheilig-Auftritt Weihnachtsstimmung auf.

Das lag nicht zuletzt daran, dass der Graf und seine Mannen strahlten wie Kinder unterm Christbaum. Zu Recht! Eine Halle in der Größe ausverkauft, das heißt schon was. Und richtig Stimmung in dieselbe bringen, erst recht. „Als ich heute die Halle das erste Mal gesehen habe, ist mir mulmig geworden“ sagte der Graf. „Irgendwie war ich innerlich auf ein Clubkonzert eingestellt.“ Davon kann man bei 3.800 Besuchern sicherlich nicht mehr reden. Trotzdem war die Atmosphäre irgendwie familiär. Und sehr festlich.

Eine sehr balladenbetonte Setlist trug dazu bei. Ein absolut beeindruckendes Licht tat sein übriges. Da konnte man auch großzügig über das inzwischen weidlich bekannte Bühnenbild hinwegsehen – Weihnachten und Kerzen gehören schließlich zusammen.



Und es gab emotionale Momente noch und nöcher. Als der Graf sich bei seinen Eltern, die sich unters Volk gemischt hatten, für ihre Unterstützung bedankte. Als er „An meiner Seite“ ankündigte und sich für die Vielzahl an Geschichten bedankte, die ihm Fans erzählt und geschrieben haben und die dieses Lied von einem, das nur für ihn von Bedeutung war, zu einer Hymne für alle, die vermisst werden, gemacht hat. Als er sich für die bewegenden Momente auf der Bühne, wenn alle Hände in der Luft sind, bedankte.

Natürlich war man als Zuschauer nicht nur gerührt, es gab auch was zu lachen. Bei der Getränke-Bescherung von der Bühne zum Beispiel, zu der der Graf, deutlich abgekämpft, meinte: „Ich nutz die Zeit, um Luft zu holen.“ Oder als Leuchtstäbe für „Mein Stern“ verteilt wurden und der Aufruf, diese weiterzugeben und nicht zu werfen, zu einer wahren Flugorgie und einem resignierten „Irgendwie hört hier keiner auf mich“ führte.



Das teilweise durch Abstimmung festgelegte Set war über weite Strecken wenig überraschend, aber das eine oder andere Lied, das selten live gespielt wird, war doch dabei, „Schlaflos“ beispielsweise.

Der Abend endete mit „Süßer die Glocken nie klingen“. Etwas irritierend, wenn man grade von einer klassischen Weihnachtsfeier kommt – aber schön.



In diesem Sinne: Freue Dich, Christkind kommt bald. stagePRESS wünscht allen Lesern ein frohes Fest!

Text und Fotos: © Michaela Kaebe