Silbermond: Klappe die, ähm - wievielte?!

Silbermond: Klappe die, ähm - wievielte?!

Weit ist sie gekommen, die ehemalige Schülerband aus Bautzen. Als Silbermond im letzten Jahr in Braunschweig vorbeikam, hatten sie gerade mal das Rolling Stone mit rund 300 Zuschauern gefüllt. Dieses Mal wollten so viele Zuschauern kommen, dass sogar der große Saal im Jolly Joker in kurzer Zeit ausverkauft war.

In den letzten Monaten ist viel mit Silbermond passiert. Sie sind seit Monaten nahezu pausenlos unterwegs, um vor ausverkauften Reihen ihre Lieder zu präsentieren, als Krönung erhielten sie vor kurzem sogar den Echo als beste Nachwuchsband.


Nicht so viel passiert ist mit dem Bühnenprogramm. Auch bei ihrer neuen Tour beginnt Stefanie das Konzert damit, dass die Band auf der Bühne steht, sie aber im hinteren Zuschauerraum steht und dort zu singen anfängt. Da insbesondere die hartgesottenen Fans dies mittlerweile wissen, kam dies nicht mehr wirklich überraschend.


Geblieben ist auch die Hawaii-Version von "verschwende Deine Zeit" (Gut, dieses Mal hieß sie "Mallorca-Version"), sowie die kleine Pause, in der ein Bandkollege versucht, etwas Comedy zu machen. Natürlich durfte auch wieder ein Fan ein paar Strophen mitsingen. Immer wieder ein Vergnügen ist es auch, wenn sie ein vom Publikum gewünschtes Lied singen müssen. Dieses Mal war es "Emanuela".

Die Begeisterung beim Publikum war ebenso die gleiche wie vor einem Jahr. Schon beim ersten Lied herrschte eine Stimmung, wie sie andere Gruppen nicht einmal beim Abschlusssong erreichen. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die beiden Vorgruppen "Minirock" und "Elke", die mit Deutschrock kräftig einheizten.




Das obligatorische Stage-Diving wurde dann eher zu einem Marathon, da das Jolly Joker recht lang ist und die Technik am Ende des Zuschauerraums steht, Stefanie meinte, dies sei die längste Strecke sei, die sie je auf diese Weise zurückgelegt habe.

Silbermond schaffen es gekonnt, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Sei es mit rockigen Liedern wie "Machs Dir selbst", wo das gesamte Publikum hüpft, sei es mit der neuen Single "Zeit für Optimisten" oder mit Balladen wie dem neuen Titel "Das Beste".

Der Fundus aus guten Liedern, aus denen Silbermond schöpfen kann, ist derart gross, dass sie es sich leisten können, ihre beiden bekanntesten Lieder "Durch die Nacht" und "Symphonie" erst gegen Schluss zu spielen und man sich nicht denkt "na endlich", sondern "ach ja, das haben sie ja noch gar nicht gespielt".




Obwohl Silbermond einen - für eine Newcomerband - einzigartigen Tour-Marathon hinlegen, wirken sie weder erschöpft noch ausgelaugt. Auch sieht nichts gespielt aus - die Begeisterung der Band ist echt. Und der Ruhm scheint ihnen nichts ausgemacht zu haben, sie sind genauso natürlich geblieben wie damals, als sie gerade einmal kleinste Räume knapp füllen konnten.

Text und Fotos: © Michael Vogel