Am 21.04. waren Schiller zu Gast im Capitol Hannover. Mit einer verzaubernden Milu von Milamar und einer bezaubernden Kim Sanders sowie natürlich mit Peter Heppner entführte die Band die Zuschauer auf eine fast zwei Stunden lange Reise durch "die Welt von Schiller".
Der Kopf von Schiller: Christopher. |
Lange hatte es gedauert, bis Schiller den Weg auf die Bühne gewagt haben. 4 Jahre nach ihrem ersten Album war es dann endlich soweit. Die warscheinlich aufkommende Frage, ob eine Musik wie die von Schiller überhaupt Live-tauglich ist, ist berechtigt. Schließlich präsentieren sie auf ihren Alben höchst komplizierte Klangwelten.
Nun, sie können es. Mit zwei Gitarristen, zwei Keyboardern, den überragenden Stimmen von Kim Sanders sowie Anke, wie Milus richtiger Name ist, von MilaMar und Peter Heppner und einem bombastischen Schlagzeug bewiesen sie das Gegenteil.
Schiller-Frontman Christopher von Deylen merkt man an, daß er ein Bühnenneulig ist. Etwas schüchtern ins Mikrofon sprechend aber mit sichtlich Spaß und Charme führte Christopher durch das Programm. Genau so wie ihm sah man der gesamten Band deutlich an, daß sie ihren Auftritt genossen und die Stimmung des Publikums aufgenommen haben.
Kim Sanders, ehemals Culture Beat Sängerin, bewies (neben der Tatsache, daß sie sehr gut singen kann) komödiantisches Talent, als sie zwischendrin in einem wilden Deutsch-Englisch Gemisch das Publikum anfeuerte ("Schiller is music zum Bügeln"). Zum Klatschen animierte sie immer wieder speziell die Personen in der VIP-Loge: "The people in the box könnt auch mitklatschen". Auch die Fotografen im Bühnengraben kamen nicht daran vorbei von Kim Sanders zur "Schiller-Wave" aufgefordert zu werden. Kim bewies auch wieviel Soul in Schiller steckt, was der echte Fan aber auch in der Discografie ableiten kann.
Das erste Schiller Album Zeitgeist war noch elektronischer und als Clubmusik perfekt geeignet. Bereits beim zweiten Album Weltreise bewies das damals noch zweiköpfige Team, daß sie auch ruhigere Töne beherrschen. Ein immer eigenerer Stil entstand. So kamm es, dass man nach einem Jahr Pause ein paar Töne aus dem Radio schillern hörte und sofort erkannte man die Arbeit von Schiller. Christopher von Deylen führte das Projekt Schiller eigenständig weiter und koppelte als erste Single des neuen Albums den Titel "Liebe" aus. Für die gesangliche Unterstützung holte er sich die Sängerin Milu der Gruppe "MilaMar" ins Boot.
Milu durfte natürlich auch während der Tour nicht fehlen und brillierte mit ihrer Stimme und verzauberte das Publikum mit ihren fast schon hypnotischen Bewegungen. Auch Peter Heppner, der sonst sehr reserviert und wortkarg auftritt, hatte sichtlich seinen Spaß.
Sie alle wurden aber überragt von einem klangewaltigen und alles überstrahlenden Schlagzeug. Bei einigen Stücken schlugen wahre Drumgewitter auf das begeisterte Publikum ein.
Nach Aussage des Publikum war es das bislang beste Konzert von Schiller. Dies erkannte man auch daran, daß das Publikum die Musiker auch nach der zweiten Zugabe noch nicht von der Bühne lies, so daß sie eine improvisierte und nicht vorbereitete dritte Zugabe geben mußten. Dabei liefen sie dann nochmal zur Höchstform auf und alle drei Sänger sangen gemeinsam "Dream of you". Während dieser Zugabe kam natürlich auch was kommen musste. Christopher verpasste einen Einsatz und Heppner vergaß einen Teil seines Textes, was jedoch keinen gestört hat, denn irgendwie gehören Pannen schließlich zu Livemusik wie der Notenständer zu Peter Heppner. :-)
Schiller von CD ist hervorragend, aber Schiller live ist ein ErLEBNIS.
Autor, Foto: MP / stagePRESS
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