
Im Rahmen ihrer Tour sind Ruben Cossani am 08.05.2008 in der Markthalle in ihrer Heimat Hamburg aufgetreten. Wie kann man die Musik von Ruben Cossani am Besten beschreiben? Nun, Ruben Cossani klingen in etwa so, als hätten sich "Echt" und die Beatles getroffen, um gemeinsam Musik zu machen. Und wen begeistert so eine Musik? Mit einem Wort: Alle! Im Publikum fanden sich genauso die 18-jährigen wie die 80-jährigen. Wobei sich Letztere dann als die Oma von Konrad Wissmann (einem der Sänger) entpuppte. Aber so oder so zeigte sich, dass Ruben Cossani mit ihrer Musik alle Altersklassen begeistern (und die Junggebliebenen wohl an ihre Jugendzeit erinnern lässt)
Die Markthalle war gut besetzt, genau so gut, dass eine wunderbare Atmosphäre entstand. Konnte man beim Showcase noch davon ausgehen, dass viele der euphorischen Zuschauer wohl aus dem näheren Umfeld der Künstler stammten, kann man jetzt mit Sicherheit behaupten, dass sie Fans gefunden haben, die sich für sich begeistern.
Aber fangen wir mal von vorne an: Die Bühne verdunkelte sich und auf einer Leinwand war die Wettervorhersage der Tagesschau zu sehen. Im Anschluss an das Wetter sprach der Nachrichtensprecher: "Soweit das Wetter, und nun Ruben Cossani ..." Ein wirklich gelungener Auftakt mit Witz, der sich durch das ganze Konzert zog. Denn eins ist klar: Sie haben Spaß an dem, was sie machen.

Und ob es jetzt eine Herzschmerzballade wie "Annika" ist (in der erzählt wird, wie eine längst verflossene Liebe immer noch das Leben des Sängers beeinflusst) oder Titel wie "Drüberschlafen", wo es darum geht, eine Frau dazu zu überreden, doch noch die Nacht zu bleiben - es ist einfach nur gut. Michel van Dyke, Konrad Wissmann und Leonard Valentin Lazar haben wirklich gut Stimmen, die die Freude und den Schmerz direkt in das Herz des Zuhörers tragen.

In der Mitte des Konzerts war dann eine längere Akustik-Phase, in der die drei alleine auf der Bühne standen (wobei die Phase länger als geplant war, denn sie wichen doch extrem von ihrer Setlist ab) Kurz zuvor hatten sie noch ihr wohl bekanntestes Lied "Mitgefühl" gespielt, das auch bei einigen Radiosendern gespielt wurde.
Nachdem die Band wieder auf die Bühne zurückgekehrt war und ein Instrumentalstück spielte, verschwanden die Künstler. Nach dem Titel war auch klar wieso: sie hatten sich umgezogen und trugen nun nicht mehr ihre grauen Anzüge, sondern leuchteten in den Farben des Sommers: Gelb, Orange und Rot.
Zum Ende hin zeigten sich zwei Dinge: Erstens erklärte sich, weshalb die ganze Zeit ein kleines Schlagzeug unbenutzt in der Ecke gestanden hatte und zweitens: dass Leo Lazar mehr kann, als nur singen. Er präsentierte zusammen mit dem Band-Schlagzeuger ein beeindruckendes Akustik-Duell. (Was meinen empfindlichen Ohren nicht so gut tat - denn ich stand direkt daneben)

Das Ende war dann wie gewohnt: Letzte Ansage, letztes Lied, Abtritt, dann "Zugabe"-Rufe und Rückkehr auf die Bühne - wobei sich zeigte, wie jung die Gruppe doch ist, denn sie hatten bereits alle ihre Titel gespielt und spielten sie ganz einfach noch einmal, unter anderem die Balladenfassung von "Mitgefühl" - ein Wunsch vieler Besucher des Blogs auf ihrer Homepage. Zu den Klängen von "Besser jetzt" endete dann ein sehr kurzweiliges Konzert.
Text: © Michael Vogel, Fotos: © Marcus Ross