A week to remember - Ruben Cossani beleben den Atlantic Club neu

A week to remember - Ruben Cossani beleben den Atlantic Club neu

Stimmliche Harmonie wie man sie sonst kaum findet. Vom 08.09.-14-09. spielten Konrad Wißmann, Leo Lazar und Michele van Dyke jeden Abend im Atlantic Club. Ein kleiner gemütlicher Saal mit Bar, stützenden Holzelementen (die noch eine besondere Rolle spielen sollten) und einem Wohnzimmerfeeling das zu einer besonderen Stimmung verhalf.

08.09.2008: Kurz vor 21:00 Uhr ist der Club gut gefüllt. Es wird sichtlich wärmer, was nicht nur an der Menge der Gäste liegt. Ruben Cossani wärmen sich im Backstagebereich überhalb des Clubs auf. Wildes Getrampel ist zu hören. Mit einigen Minuten Verspätung geht es los. Die Drei suchen sich durch das Publikum den Weg zur Bühne.


Es geht los mit "Sinnloses Leiden". Und Die Stimmung ist direkt auf dem Höhepunkt. Das Publikum singt mit, Klatscht zum Rhythmus und feiert die Jungs. Was einem als erstes auffällt - wo ist die Band?

Gibt es nicht. Die Drei spielen alle Instrumente selbst was das Set noch persönlicher macht. Man hat nicht das Gefühl bei einem Konzert zu sein. viel mehr fühlt man sich als Gast im Wohnzimmer von Ruben Cossani die gerade mit Spaß Musik machen und geniessen was sie gerade tun.

Schnell wird einem klar. Das ist ein besonderer Abend. Mit einer besonderen stimmlichen Harmonie ziehen Ruben Cossani das Publikum in ihren Bann.

Bei nahezu jedem Lied wechseln Leo, Michel und Konrad das Instrument. Wobei Leo bis auf ein paar Ausnahmen immer an den Drums anzutreffen ist, was sichtlich seine Meisterdisziplin ist. Doch zu einem Song gibt es auch eine spezielle Anordnung auf der Bühne, die unüblich ist. Konrad setzt sich an das Schlagzeug, Leo und Michele stehen an ein und dem selben Mikro. Leo mit Bass-Gitarre. Keiner weiß was nun kommt. Die Drei grinsen jedoch sichtlich in Vorfreude auf die Reaktion des Publikums. Es erklingt die Melodie von "Twist&Shout" im Original von "The Topnotes", mehrfach gecovert u.a. von den Beatles. Und Ruben Cossani reihen sich in diese Riege ein. nach ca. 2/3 des Songs hat man zuerst das Gefühl sich zu verhören, aber dann wird deutlich: Der Text ist auf einmal Deutsch. Und so wird aus dem Song "Dreh&Schrei" von Ruben Cossani, wie Konrad nach der letzten Note stolz verkündet...



Es folgen charmante Überleitungen zu den jeweiligen Songs. Besonders hervorzuheben ist ganz spezieller Name, der der Band das "Paradies" (folgender Song) beschert hat, ohne den der Abend nicht der gleiche wäre. Mathilda. Mathilda spielt eine wirklich tragende Rolle an diesem Abend!


Mathilda - hier im Bild links farblich hervorgehoben ... ;-)

Mathilda - hier im Bild links farblich hervorgehoben ... ;-)


Zur Mitte des Konzerts betritt der erste Gaststar für diese Woche die Bühne. Pohlmann, den alle wohl durch sein "Wenn jetzt Sommer wär" kennen. Er präsentiert aber einen Song der nicht nur den Damen im Publikum eine Gänsehaut beschert. In "Mördersong" geht es um einen Mann den Pohlmann an einer Hotelbar getroffen hat. Der Mann wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen und wollte sich sinnlos betrinken an seinem ersten Abend in Freiheit. Ein sehr emotionaler Song mit einer unglaublichen Live-Stimme von Pohlmann. Für mich ein klassischer Fall von "todproduziertem Gesang" auf CD.

Mit "Wenn jetzt Sommer wär" heizt Pohlmann das Publikum nochmal richtig ein bevor Ruben Cossani wieder ans Mikro dürfen.

Mit ein wenig Selbstironie spielen die Drei ihren nächsten Song. "Wir ihr alle wisst, ist Michel der Erfinder des Uhhhuhhh". Das Publikum bricht in Lachen aus, aber es ist klar welcher Song jetzt folgt. Von Konrad als Leadstimme getragen singen Ruben Cossani "Du trägst keine Liebe in dir". Der Song zieht mich in einen ganz neuen Bann als zu Zeiten von "Echt". Konrads Stimme erfüllt den Song mit Kraft, Emotion und Zerbrechlichkeit zugleich. Gänsehautalarm!

Als besonderes Highlight des Abends betritt Horst - Moderator von Radio Hamburg - die Bühne und schmettert den Ärzte Song "Teenagerliebe" an der E-Gitarre. Erstaunlich gut gesungen.

Mit "Wir wollten einmal" fordern Ruben Cossani wieder das Publikum. Die Frauen sollen im Chor ein "ahhhhhhh-ahhhh" singen und die Männer ein "Dam-Dammmm". Was auch recht gut mit dem Song funktioniert und die Jungs sichtlich rührt, jedoch schmerzt es so manchem (u.a. mir!) sehr in den Ohren. Einige Damen fühlten sich durch ein "Toll wir Laut ihr seit" angespornt noch lauter zu singen, was aber nicht unbedingt das Treffen der Töne mit einbezog...


Als Erholung und Balsam für die Ohren folgt "Ich kämpf mich in dein Herz zurück".

Ein wunderbar gefühlvoller Song der durch die sonore Stimme und das hineinversetzen von Leo in die Musik die Frauen im Publikum verzaubert und so manchen fast zu Tränen rührt.

Langsam neigt der Abend sich dem Ende zu und in Anbetracht der Wärmeentwicklung tuen mir die Jungs ein bisschen leid. 1,5 Stunden im Anzug und Rollkragenpullover sind wirklich eine Meisterleistung.

Es folgen noch die Klassiker "Haut" (mein persönlicher Lieblingssong und in meinen Augen stärkster Song vom Album "Tägliche Landschaft") und "Besser Jetzt" unterbrochen von einem kurzen Verlassen der Bühne. Zumindest in unserer Fantasie, denn die Jungs drängeln sich in eine Ecke der Bühne, Köpfen ein Bier und "erscheinen zurück".

Es folgt was folgen musste und hebt die Wehmut über das Ende des Konzertes ins Unermessliche - die Akustikversion von "Mitgefühl". Es ist immer wieder faszinierend was stimmlich in Ruben Cossani steckt. So singen sie ihren bisher bekanntesten Song mit Gefühl und Hingabe die man selten auf der Bühne erlebt und verabschieden sichtlich erschöpft die Gäste in den Abend.

Einige Minuten später sieht man die Jungs jedoch schon wieder vor dem Club zwischen Fans, Familie, Freunden und Bekannten. Ein gelungener Abend für Alle.





Abend für Abend begleiten andere Gäste. Unter anderem dabei: Stefan Gwildis, Regy Clasen und am Freitag Kim Frank Sowie Bernd Begemann.


12.09.2008Von Show zu Show wirken die Jungs gelassener und entgegen aller Erwartungen sind die Sets nicht zu 100% einstudiert. So sagt Leo bei der Anmoderation zu "Erinnern" ganz offen das er nicht jeden Abend das gleiche sagen möchte.

Der Freitag ist sowohl für Band als auch für das Publikum ein spezieller Tag. Als Gastsänger ist heute Kim Frank mit dabei. Natürlich präsentiert er "Du trägst keine Liebe in Dir" dieses mal selbst. Um ehrlich zu sein ist die Redaktion sich nicht sicher wen wir als Sänger dieser Zeilen besser finden. Kim Frank, der beim ersten Hinschauen nicht mehr an den damaligen Teenieschwarm erinnert, ist zwar die ursprüngliche Stimme des Songs, jedoch brilliert Konrad mit Volumen und Emotionen in diesem Song... Setzen wir einfach beiden die Krone auf?!

Beim nächsten Song kann Kim Frank jedoch bei Band und Publikum punkten. Mit "Weinst Du?" sorgt er für Gänsehaut und Melancholie beim proppevollen Atlantic Club.





Mit viel Spaß und u.a. einer "Mambo Kurt"-Version von "Halbes Herz" brachten Michel, Leo und Konrad das Publikum souverän durch den Abend, bevor es um 0:30 Uhr zu einer zweiten Show mit Kim Frank und Bernd Begemann ging.

Wer Ruben Cossani in nächster Zeit live erleben möchte hat bei folgenden Terminen die Möglichkeit:

04.10.2008 Hamburg - NDR Hafenkonzert, “Tag der deutschen Einheit”, Auftritt: 21:20 - 21:50 (Eintritt frei)

11.10.2008 Hamburg - Ballsaal, “Baller Dir einen – St. Paulis Erster”, Auftritt: 21:00

Kartenverkauf erfolgt über ball@fcstpauli.com und im Bild Box TICKET SHOP in der Europa Passage

Text: © stagePRESS, Fotos: © Magdalena Pawlas