
2004 war das bisher erfolgreichste Jahr für Rosenstolz. Das Album "Herz" stürmte auf Anhieb die Charts und wurde mit Platin ausgezeichnet. Gleichzeitig tourten Sie durch Deutschland und begeisterten Tausende Fans. Im Augenblick geben sie ihre vorerst letzten Konzerte, unter anderem in der seit Monaten ausverkauften Columbiahalle in Berlin.
Die Bühne ist mit einem weißen Vorhang verhüllt. Das Licht wird runtergefahren und der Saal hält den Atem an. Es flimmert und plötzlich wird die ausverkaufte Columbiahalle zum Kino. Gezeigt wird das neue Video zur aktuellen Single "Ich komme an Dir nicht weiter". Nach dem Ausklingen der letzten Takte herrscht gespannte Stille.
Der Vorhang fällt, AnNa und Peter stürmen die Bühne und das Publikum tobt. Nach temporeichem Auftakt werden bei der ersten Ballade Wunderkerzen und Feuerzeuge gezündet und im Saal beginnt das Kuscheln.
Rosenstolz ziehen ihr zweistündiges Programm, gemischt aus aktuellen Titeln und älteren Stücken wie "Schlampenfieber", professionell durch. Die dreizehnjährige Bühnenerfahrung ist ihnen und ihren Musikern anzumerken. Sie haben ihr Publikum voll im Griff und lassen bei Songs wie "Die Zigarette danach", "Liebe ist alles" oder "Sex im Hotel" die ganze Halle singen.

Als Rosenstolz für 2005 ein Pause von der Bühne ankündigen, geht ein bedauerndes Raunen durch die Reihen. Doch schnell trösten sie mit einer Kostprobe aus ihrem kommenden Album: "Ich geh in Flammen auf". Sicher ein Höhepunkt für die Fans.
Die angekündigte Pause scheint nötig. Peter hüpft wie ein Flummi über die Bühne und zieht sich aus. AnNa singt sich das Herz aus dem Leib und zieht sich mehrfach um. Dennoch bleibt der Eindruck, dass sich mit der Entwicklung zu immer poppigeren Stücken auch Glätte bei Rosenstolz einschleicht. Der Auftritt wirkt etwas zu routiniert, sogar die Zugaben scheinen bis auf den letzten Takt einstudiert, "Die Schlampen sind müde".
Das fällt besonders im Vergleich zu Juli auf, die als Vorband auftraten. Songs mit weniger Herz wurden mit umso mehr davon gespielt. Juli rockten mit Seele. Und so summe ich nach dem Konzert so vor mich hin: mh mh mh mhmhmh mhmh ... das ist der perfekte Tag
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Text & Fotos: © André Müller