
Krefeld, 04.04.2009
Richtig guten Synthpop , aber auch musikalische Horizonterweiterung mit Bands aus 4 Nationen bot das achte Pluswelt-Festival am 4. April in der Kulturfabrik Krefeld. Mit dabei: Tenek, NuniQ, Marsheaux, De/Vision und Mesh.

Der Abend fing ausgesprochen erfreulich an. Tenek , die erste von drei Bands, die ich das erste Mal sehen durfte, hat mich überzeugt. Richtig gute, tanzbare Musik, irgendwo zwischen Colony 5, Human League und (sorry, ist halt so) Mesh, zwei gutgelaunte Musiker und von Anfang an viel Stimmung im Publikum. So hätte es weitergehen können!
Tat es aber nicht. NuniQ beglückten das Publikum mit einer Mischung aus Dance, House und Electro, die nicht unbedingt mein Ding war. Die Coverversionen von „Bizarre Love Triangle“ und „Cars“, die sie zwischendurch zum besten gaben, haben mir gut gefallen, die Eigenkompositionen waren wie gesagt not my cup of music. Dafür war das Outfit der beiden recht putzig – und außerhalb einer Controllingabteilung habe ich noch selten jemanden derartig gelangweilt in einer Rechner schauen sehen wie XOlaf (den Kollegen von Sängerin MG...wer denkt sich eigentlich solche Künstlernamen aus?)
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Marsheaux erinnerte mich im Anschluß daran, dass es auch in den achtziger Jahren elektronische Musik gab, die mir nicht gefiel. Die beiden Damen aus Griechenland klingen wie das Zeug, das wir damals beim Autocooterfahren gehört haben. Ähnlich uninspiriert war auch die Bühnenshow: Zwei stocksteif hinter ihren Maschinen stehende Mädels, verstärkt durch zwei am Bühnenrand hektisch Knöpfe drehende junge Männer. Fairerweise sei dazu gesagt, dass weite Teile des Publikums das anders sahen und den Auftritt durchaus genossen haben. Aber man muß auch mal eine Minderheitenmeinung vertreten können. ;)
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Im Einklang mit dem Massen befand ich mich dafür bei der nächsten Band: De/Vision, diesmal mit elektronischem Set, also nur in „Stammbesetzung“. Großartiger Auftritt, großartige Setlist, großartige Stimmung. Selbst Herr Adam schwang das Tanzbein! Und das Publikum konnte richtig laut singen...Kunststück, der eine oder andere übt ja auch schon seit 20 Jahren mit der Band. Schade, dass dem Großraum Köln durch den Festivalauftitt ein regulärer Tourstopp der beiden entging.

Andererseits: Dafür hatten wir Mesh! Die Briten sind fast schon Stammgäste in der KuFa, haben hier ihre Live-DVD gedreht und wurden von einer großen Schar Fanshirt-tragender Menschen begeistert empfangen. Obwohl man ehrlich sagen muß: Bei De/Vision war es voller. Ein nettes optisches Intro hat Pluswelt ihren Stars spendiert: Einen Filmvorspann, der erste einer Reihe wirklich gut gemachter Videoprojektionen. Außerdem gab es zwei neue Songs, Marks Ansichten zur Finanzkrise (und passend dazu natürlich „Crash“) und, wegen übergroßem Jubels, „From this Height“ als ungeplante dritte Zugabe.

Großartig. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an Pluswelt zum Zehnjährigen und im eigenen Interesse – macht so weiter! Bitte.
Text und Fotos: © Michaela Kaebe