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Es ist an sich nichts Ungewöhnliches, wenn eine Tournee nach einem Album benannt ist…wenn dieses Album aber stolze 21 Jahre auf dem Buckel hat, die Band 7 jüngere Werke im Angebot hat und zudem seit über 10 Jahren nichts mehr hat von sich hören lassen - nun, dann wird es schon außergewöhnlich. Ich war also gespannt, wie ernst OMD es mit ihrer “Architecture & Morality”-Tour nehmen würden.
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Richtig ernst! Der erste Teil des Konzerts war ausschließlich (!) diesem Album gewidmet. Konsequent verzichteten die Briten darauf, einen ihrer vielen früheren und späteren Charterfolge zur Auflockerung des Publikums einzustreuen...mehr noch: Sogar die beiden Hits AUF diesem Album, Souvenir (wer hatte damals die Kateridee, Nino den Angelo mit seiner unsäglichen “Ich sing auf den Instrumentalpart einfach mal einen kitschigen Text”-Coverversion zu Formel 1 einzuladen und warum kriegt man manchmal so einen Kram nie wieder aus dem Kopf?) und natürlich Maid of Orleans, ließen eine geraume Zeit auf sich warten. Allerdings war das Publikum nicht nur sehr zahlreich erschienen, sondern der Anteil derer, die mehr als die gängigen Hits kannte, war auch sehr hoch, so dass dieses Experiment nicht nach hinten losging.
Ausgesprochen gelungen geraten waren die visuellen Untermalungen der Songs auf der großen Leinwand: abwechslungsreich, gut gemacht und extrem stimmig zu den Songs. Selbst da, wo es Videos gegeben hätte, wurde nicht einfach auf diese zurückgegriffen (vielleicht wollten sich die Herren den Vorher-Nachher-Vergleich sparen, wir werden ja alle nicht jünger?), sondern, z.T. mit Versatzstücken aus den Videos, Neues gezeigt. Weniger gelungen war in meinen Augen streckenweise die Bühnenperformance von Andy McCluskey. Manchmal ist weniger einfach mehr ;-) Insbesondere, wenn man nach eigener Aussage “too old for this” ist. Aber stimmlich merkte man ihm sein “hohes Alter” nicht an, und das ist schließlich die Hauptsache.
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Der zweite Teil des Abends war dann ein klassisches “Greatest Hits”-Programm, davon haben die Herren ja reichlich zu bieten. Besonders nett war eine kleine Boygroup-mäßige Tanzeinlage der Herren McCluskey und Humphreys bei “Locomotion”, die leider wegen übermäßiger Heiterkeit der Beteiligten vorzeitig abgebrochen werden musste. Und mit der Zugabe wurde dann noch ein schöner Bogen über das Gesamtschaffen der Band geschlagen: Mit Locomotion und Walking on the Milky Way gab es die erste und letzte Single zu hören. Vielleicht auch nur die bislang letzte? Wir werden sehen - ihre Fans sind ihnen auf jeden Fall treu geblieben.
Text: © Michaela Suchlich
Fotos: © Daniela Vorndran
Mehr Bilder von Daniela und einen weiteren Bericht über das Konzert findet ihr bei Reflections of Darkness
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