Nicht nur am Ring kann es rocken

Nicht nur am Ring kann es rocken

Das Plaza Festival 2005 wurde dominiert von zwei Dingen: dem Wetter und der Rockmusik. Pünktlich zum Freitag hatte sich das nasskalte Wetter der vorhergegangen Woche verzogen und schuf die Grundlage für einen gelungenen Abend. Der andere Grundstein war die Rockmusik. Jeder Künstler, jede Band brachte eine eigene Interpretation des Wortes "Rock-Musik" mit. Egal ob es sich um den eher sanften Pop-Rock von Juli handelte oder den Bombast-Rock von Meat Loaf - das Publikum war begeistert.

Den Auftakt machten Lunik. Die Schweizer sind in ihrem Land keine Unbekannten mehr, aber erst mit ihrem dritten Album "Weather" haben sie nun den Sprung ins Ausland gewagt. "The Most Beautiful Song" war die erste ausgekoppelte Single. Die Stimme von Frontfrau Jaël konnte dabei auch live überzeugen und bereits zu Beginn des Auftrittes war der Funke auf das Publikum übergesprungen, das schon zu früher Stunde die Plaza ausfüllte.






Melanie C. wiederum ist nicht nur in ihrem Land ein Star. Als eine der Spice Girls hatte sie weltweite Erfolge. Aber sie ist dem Spice Girls Image endgültig entwachsen. Wer dieses mitreissende Energiebündel einmal live gesehen hat, kann sich kaum noch vorstellen, dass diese Frau in ihrem vorhergehenden Leben als "Sporty Spice" wirklich glücklich gewesen sein kann. Vielleicht ist ja auch ihre neueste Single "Next Best Superstar" ein Stück Bewältigung ihrer Vergangenheit?

Auch die gebürtige Britin zog die Zuschauer von Anfang an in ihren Bann. Egal ob sie eher ruhige oder rockige Stücke zum Besten gab, sie überzeugte. Besonders ihr Klassiker "I turn to you", den sie in einer akustischen Variante sang, betonte ihre markante Stimme.


Gegen Abend bedeckte sich der Himmel und hatte ein Einsehen mit den mittlerweile über 20.000 Zuschauern. Zuvor hatte die Sonne erbarmungslos auf die Leute gebrannt, die von Jens Mahrhold und Holger Ponik in den Pausen zwischen den Auftritten der Künstler in Schwung gehalten wurden.

So fand auch Juli ein Publikum vor, das sie feierte. Aufgrund dieser Stimmung deklarierte Frontfrau Eva Briegel kurzerhand das Plaza Festival zur Gegenveranstaltung von "Rock am Ring", welche am selben Wochenende stattfand. Eva war wohl selbst etwas überrascht von der überschäumenden Reaktion der Zuschauer, denn sie lobte die Hannoveraner, die doch viel besser seien als ihr Ruf.

Bei der letzten Zugabe passierte es dann. Sie spielten gerade ihre aktuelle Single "Regen und mehr", als der Sturm einsetzte und es anfing zu regnen. Aber auch das schien keinen zu stören, da wurden eben die Regenschirme geöffnet und es ging weiter.

Zum Glück hörte der Regen aber auch schnell wieder auf, als das das Gewitter zuschlug - das Rock-Gewitter. Wer von Meat Loaf nur die Balladen kennt, kennt lediglich einen Bruchteil seines Könnens. Seit den 70er Jahren macht der mittlerweile 57jährige Sänger Rock, Bombast-Rock, Glam-Rock. Seine lange Erfahrung merkte man ihm bei seiner perfekten Bühnenshow an - aber nicht sein Alter.




Er donnerte seine überlangen Stücke auf die Zuschauer ein und ging praktisch nahtlos von einem Titel zum Nächsten über. Zur Ruhe kamen dabei sowohl er als auch das Publikum nur bei den seltenen Momenten, wenn er eine Ballade vortrug. Bei diesen ruhigen Stücken konnte man dann auch Meat Loafs gesamte Stimmgewalt genießen, die bei den lauten Stücken etwas unterging.

Selten war ein NDR2 Plaza Festival so aus einem Guss, die Stimmung so durchgängig gut. Das macht Appetit auf mehr und so werden sich sicherlich viele auf das nächste Jahr freuen, wenn das Plaza Festival 2006 stattfindet.

Aber das war ja noch nicht alles für das Jahr 2005. Einen Tag danach fand an der selben Stelle die N-JOY Starshow 2005 statt. Mit dabei waren Seeed aus Berlin, Gentlemann und Max Herre, sowie Tele und Culcha Candela.

Text: © Michael Vogel
Fotos: © Magdalena Pawlas

Bilder des Abends