
Moya Brennan - der Name ist sicherlich nicht jedem ein Begriff. Bei "Clannad" könnte es bei dem einen oder anderen schon klingeln. Der Name "Enya" dürfte den Meisten bekannt sein. Um das Puzzle zusammenzubringen: Moya Brennan ist die Schwester von Enya, die eigentlich Eithne Brennan heisst. Gemeinsam mit anderen Teilen ihrer Familie haben sie Clannad gebildet. Moya - deren Name eigentlich "Máire" geschrieben wird - ist die Leadsängerin von Clannad, die 1973 ihr erstes Album herausbrachten.
Kompliziert wie diese Zusammenhänge war auch teilweise die Musik, die ihre siebenköpfige Band produzierte - kompliziert, aber schön, schön wie Moyas Gesang. Und so lehnte man sich zurück und genoss.
Moya ist in der irischen Friedensbewegung aktiv und engagiert sich für die Friedensentwicklung in Afrika, die Niedersächsischen Musiktage stehen unter dem Motto "Krieg und Frieden". Aus diesem Grund wurde sie im Rahmen dieser Musiktage in die CD-Kaserne in Celle eingeladen.

Soviel zur Vorgeschichte, nun zur Musik: Moya hat im Rahmen ihrer mehr als dreissigjährigen Karriere bislang 21 Alben produziert, an diesem Abend durften wir einen kleinen Ausschnitt daraus hören. Es war vielschichtig. Mal war es Folkmusik, mal war es das, was gemeinhin als "New Age" bezeichnet wird, mal war es etwas völlig Anderes, aber eins war es immer - schön. Moya hat eine einzigartige Stimme, die einen im Laufe des Konzerts aus der schnöden Mehrzweckhalle in eine völlig andere Welt entführte.
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Dazu trugen insbesondere auch die Musiker bei, immerhin sieben an der Zahl, die mit unzähligen Instrumenten ein in sich verwobenes Klanggebilde schufen, das in perfekter Harmonie zum Gesang stand. Neben einer Akustik-Gitarre, einer Bass-Gitarre, einem Schlagzeug und einem Synthesizer, waren auch eine Geige, zwei Harfen, mehrere Flöten, sowie ein irischer Dudelsack dabei (genannt "Uilleann Pipes"), der im Gegensatz zu seinem schottischen Verwandten nicht mit dem Mund, sondern mit dem Ellenbogen aufgeblasen wird und auch viel harmonischer und sanfter klingt.
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Die Künstler hatten sichtlich Spaß auf der Bühne und waren eins mit ihrer Musik. Etwas irritiert waren sie nur wegen des Publikums, das sich in Norddeutscher Zurückhaltung übte. Moya sagte viele Stücke an und erklärte den (häufig gälisch gesungenen) Inhalt, auch wenn sie sich dabei gelegentlich etwas verhaspelte, und dann lachend meinte "Anyway, it's a good song". Bei einer dieser Gelegenheiten sagte sie dann auch verwundert: "You are so quiet?". Beim anschließenden Treffen nach dem Konzert klärten wir sie dann über das Temperament der Leute aus dieser Gegend auf und konnten sie beruhigen - der Norddeutsche genießt in aller Ruhe.

Wer Moya und Band live sehen möchte, hat dieses Jahr noch reichlich Gelegenheit dazu. Vom 30. November bis zum 11. Dezember tritt sie im Rahmen ihrer "Irish Christmas Tour" in 11 deutschen Städten auf, darunter Hamburg, Berlin, Peine, Kiel, Emlichheim, Fulda, Bochum, Illingen, Trier, Aalen und Mainz.
Text © Michael Vogel
Fotos: © Magdalena Pawlas