MCs vs. Rockers

MCs vs. Rockers

Am 11.12. lud der Columbia Club zu einem speziellen Abend. Auf der kleinen Bühne des Clubs trat die "Hip-Hop-Fraktion" gegen die Rocker an. Es war alles andere als ein körperlicher Kampf, sondern ein fairer musikalischer Fight.

Den ganzen Abend, bis spät in die Nacht ging es auf der Bühne rund. 4 MCs reimten gegen 4 krachende Rockbands. Auch wenn das Publikum zeitweise sehr reserviert war, sorgten Formationen wie Zenzei, Frameless und Ostblokk ordentlich für Stimmung.

Susius

Den Anfang machte Susius. Die junge Berlinerin überzeugte mit Hip Hop Sound, untermalt durch eine erstklassige Stimme, mit leicht souligem Touch. Anfangs noch etwas "steif", wurde die Sängerin, die ihre Songs selbst schreibt, gegen Ende der Show immer entspannter. Teilweise holte sich Verstärkung auf die Bühne, sei es in Form eines Gast-MCs oder von Background-Mädels der Tanzgruppe Jaytas, die passend zu den Songs die Bühne theatralisch "dekorierten".

Zensei
Zensei

Als zweites kamen Zenzei auf die Bühne. Alleine schon die Größe der Band wirkte gewaltig, was sie durch ihren Sound mehr als bestätigten. Zu siebt sorgen sie auf der kleinen Bühne für gute Laune und machten ordentlich Druck. Ehrliche, mitreißende Gitarrenriffs und satte Bässe, Hardcore und Rap vereint wurden begleitet von der souligen und wandlungsfähigen Stimme der Sängerin, die ein wenig an die Stimme von Amy Lee (Evanescence) erinnert. Zensei waren einer der herausragenden Gigs dieses Abends.

Elec & Funky

Für eine ordentliche Ladung groovendem Hip Hops sorgten "Elec & Funky". Die beiden Rapper kamen in weißen Anzügen auf die Bühne, mit Hut und Sonnenbrille. Nicht die gemeinsame Zeit in einer Rockband als Gitarrist und Bassist oder das Mediendesign-Studium in Florida, sondern das gemeinsame Interesse am Hip Hop führte die beiden zusammen. Sie wurden im Hintergrund von Susius begleitet was ihrem Auftritt eine melodiöse Note gab.

frameless
frameless

Ein wenig falsch platziert, in Anbetracht des Mottos "MCs vs. Rockers", aber keinesfalls vom Publikum unerwünscht, die Gruppe frameless. Im Vergleich zu den anderen Rockbands klingen frameless etwas poppig, trotz allem ist die Band aber einer der, auch über Berlin hinaus, bekannteren Acts. So spielen sie ihre Songs wie "I Try" (Titelsong einer Skodâ Werbung) oder "Hooray" (Soundtrack zum deutschen Trickfilm "Back to Gaya") gekonnt professionell und haben mit 45 Minuten den längsten Auftritt unter allen Acts.

Ostblokk

Mit Ostblokk, einer ganzen Crew von MCs, kam ein weiterer Vertreter der Hip Hop-Fraktion auf die Bühne. Joe Rilla, Dra Q, Jamie Whyte und Sera Finale performten ihre ehrlichen, knallharten Reime. Natürlich auch mit dabei: Pyranja. Die Wahlberlinerin, nach eigener Darstellung die beste deutsche Rapperin, hat gerade ihr erstes eigenes Album herausgebracht. Von den vier Hip-Hop-Acts boten Ostblokk den überzeugensten Auftritt.

Während der Auftritte von Zombie Joe, Klartext und Wokain leerte sich der ohnehin nicht überfüllte Club langsam. Alles in allem bot der Abend eine interessante Talentschlacht.

Fotos: © André Müller

Text: © Magdalena Pawlas / André Müller

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Fotos: © André Müller