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Heaven 17 live in Köln, Gloria, 31.02.2010
Heaven 17 feiern im Gloria die ultimative 80er-Jahre-Party, lassen sich von technischen Problemen nicht unterkriegen und werden von den Fans frenetisch gefeiert.
Es gibt Konzerte, da stimmt einfach alles: Die Band hat richtig Lust, das Publikum will feiern und ist nicht nur da, um sich das Ganze nur mal anzuhören, jeder Song passt und wenn es Technikprobleme gibt, dann wird es erst richtig schön. Dazu noch ein wirklich guter Sound und eine tolle Location...nur, damit wir auch ein wenig kritisch sein können: Hinter der Bar könnte durchaus noch der eine oder andere Mensch mehr arbeiten, ohne sich zu langweilen, und das mit der Garderobe ist auch noch nicht zur allseitigen Zufriedenheit gelöst. „Trotzdem“ einer der besten Konzertabende seit langem.
Dabei begann er eher gemächlich. 10 nach acht, Licht aus, Musik an, Projektionen an – uuund: nichts. Außer Musik und Projektionen. Und zwischen den einzelnen Stücken immer wieder eine Timeline, die zeigte, dass es so noch eine ganze Weile weitergehen sollte. Kann man machen, muss man vielleicht nicht unbedingt, ist Geschmackssache, mein Ding ist es weniger.
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Bescherte dem eigentlichen Konzert aber einen grandiosen Start – es wurde eingezählt wie das neue Jahr. Und dann ging es gleich richtig zur Sache, (We don’t need this) Fascist groove Thang. Der Text saß beim Publikum (wie alle anderen auch) und es herrschte gleich von Anfang an ein „Hach, das waren noch Zeiten“-Gefühl. Glenn bekam die Penthouse and Pavement-LP (ja, Vinyl!) angereicht, zeigte sie stolz dem begeisterten Publikum, und alle freuten sich und machten sich bereit, sich und der Welt zu beweisen, dass man auch jenseits der 30 (ok, oder 40 oder so) noch ordentlich feiern kann. Fein gemacht hatten sich übrigens auch alle, sowohl die Band als auch ein guter Teil des Publikums hatte entweder Vintage-Läden geplündert oder tief im Kleiderschrank gewühlt, man konnte auch optisch gut in die 80er abtauchen.
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Der gefühlt einzige Mensch, der zu den dargebotenen Hits noch nicht zu ihrer Veröffentlichung getanzt haben dürfte, war der Drummer. Und just den erwischte es hart im Laufe des Abends – die Technik mag inzwischen ausgereift genug sein, ein Werk wie P&P live aufzuführen, technisches Versagen ist nach wie vor nicht ausgeschlossen. „We lost the snare – has anybody seen the snare?“ kommentierte Glenn feixend das hektische Treiben hinter ihm und griff zu Plan B bzw. zur Klampfe. Und so kam Köln in den Genuss eines kleinen Akkustik-Konzertes, Geisha Boys gab es und Temptation und, als kleine Verbeugung an Kollegen Martyn, Don’t you want me von Human League.
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Und dann konnte es doch wieder elektronisch weitergehen, und man spielte sich vergnügt durch die erste Seite der Platte – um dann eine Pause einzulegen, weil eine Platte ja schließlich auch umgedreht werden muss... Nette Idee, eine kleine Einlage mit Songs aus der B.E.F.-Zeit anzukündigen.
Dann ging es weiter in Sachen P&P – es hat übrigens einen bizarren Charme, wenn ein vollbesetzter Club geschlossen Hey-la-hoooo trötet, ein erinnerungswürdiger Moment von vielen – und als Nachschlag gab es noch „some weird B-sides“, aber natürlich auch bekannte Stücke. Temptation natürlich mit einer lustigen Love to love you baby-Einlage und I’m your money mit einem sehr netten Ansage: Glenn ließ sich lange darüber aus, dass er nie gedacht hätte, dass er dieses Lied je live singen würde, da er sich lange vergeblich bemüht hätte, es für die Bühne zu arrangieren. „And then I gave it to Martyn, the mastermind. And it took him six long days and six long nights“ Und der so Gelobte konterte: „And it sounds like it took me ten minutes.“ Wie auch immer, die Zeit war gut investiert. Und ganz zum Schluss gab es noch mal was von Human League: Being boiled. Grandioser Abschluss eines großartigen Konzertabends.
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Text und Fotos: Michaela Kaebe
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