
Am 14.08.2004 fand zum zweiten Mal das Hasseröder Brauereifest in Wernigerode statt. Bei einem "Tag der offenen Tür" lud Geschäftsführer Walter Schmidt die Menschen auf das Brauereigelände. Der Auerhahn blieb zwar fern, dafür feierten ca. 90.000 Besucher die Auftritte von Jeanette Biedermann, Bosson und der Kelly Family. Für das leibliche Wohl war mit Bier, Bratwurst, HotDog und Co. reichlich gesorgt. Auch die Kleinen kamen voll auf ihre Kosten. Diverse Hüpfburgen und andere Spielmöglichkeiten, ließen die Kinder den sonnigen Tag genießen.

Die Tore der Brauerei, direkt am Ortseingang des am Harz gelegenen Wernigerode, öffneten bereits am Morgen ihre Pforten. Als Sponsor im Sportbereich, wie z.B. Boxen, Hockey und DTM, sorgten Sportler in der ersten Hälfte des Tages für Stimmung. So waren z.b. Dirk Dzemski, Uli Wegner, Sportidol Uwe Seeler, das Audi Abt DTM-Team und die Handballer des SC Magdeburg.

So richtig füllte sich das Gelände jedoch erst am frühen Nachmittag. Das wurde deutlich durch die entstehenden Schlangen an den diversen Getränke- und Essensbuden. Aber auch an der Hauptbühne konnte man mittlerweile ein Gedrängel feststellen. Erster Act sollte die Kelly Family sein, was man auch deutlich an der Belagerung der ersten Reihen feststellen konnte. Diverse Liebesbekundungen an die Bandmitglieder "schwebten" in der Luft.
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Die Kelly Family präsentierte sich locker und voller guter Laune. Kennt man nur Songs wie "Angel", wird man von einem Liveauftritt sehr überrascht sein. Ungewohnt rockig geben sich die sechs Geschwister auf der Bühne. Selbst für ein Happy Birthday, um das ein 3 jähriger Fan bat, war Zeit! Jedoch war nicht nur vor der Bühne die Stimmung groß. Während die Kelly Family ihre letzten Töne spielte und die Presse bereits auf die Pressekonferenz wartete, warteten geduldige Fans am streng bewachten Tor am Backstage-Bereich. Im Anschluss an den Pressetermin schwingt sich Joey Kelly auf sein Rennrad. Hatte man sich bereits während der Pressekonferenz über sein "Sportoutfit" gewundert, so fand man nun die Antwort. Um nicht aus dem Training zu kommen, absolvierte Joey seine Kilometer auch in Wernigerode. Kaum war er vom Gelände gefahren, in Begleitung eines Mercedes, begann das Kreischen der Fans. Sie liefen ihm nach, jedoch dürfte sein Tempo für die Fans nicht lange zu halten gewesen sein...
Als nächster Act stand Bosson auf der Bühne. Für die meisten eher unbekannt, bzw. nicht mehr im Gedächtnis, präsentierte er seine neuen Songs. Nach längerer Pause hat Staffan Olsson, wie Bosson mit gebürtigem Namen heißt, sich selbst gefunden. Auf die Frage wie es zu seinem neuen Stil kam, antwortet Bosson recht locker: "Ich stand im Studio, mein Haar wurde länger und mein Bart ist gewachsen. Ich schaute in den Spiegel und entdecke einen ganz neuen Menschen, der mir gefallen hat. So entwickelte sich auch meine Musik. Ich mag die 80er sehr, auch Rock. Die Entwicklung seit "One in a Million" war also ein Reifeprozess, mit dem ich absolut glücklich bin."
Hauptact an diesem Abend jedoch war Jeanette Biedermann. Das Bühnenbild, das an den Aufbau der "Break on Through-Tour" erinnerte, war wie gewohnt mit Licht und Pyroshow ausgestattet. Kurz bevor Jeanette auf die Bühne stürmte und über Selbige hüpfte wie ein lebender "Flummi", füllte sich auch der gesamte Platz vor der Hauptbühne, sowie der Kindergraben. An dieser Stelle sei auch ein Lob an die Veranstalter bzw. die Security ausgesprochen. Da eine enorme Watt-Zahl direkt vor dem Kindergraben, mit Höhen und Tiefen, jedes Trommelfell innerhalb kürzester Zeit zum Schmerzen brachte, wurde in Vorsorge auf die Live-Musik von Jeanette Biedermann "Ohropax" verteilt. So konnte jeder die Musik, ohne ein Ohrensausen am nächsten Tag sicher zu haben, die Musik geniesen.

Mit einer perfekten Show begeisterte Jeanette jedermann. Eine etwas gekürzte Fassung des Programms ihrer Europa-Tour brachte das Publikum in Stimmung, insbesondere die kleinen Fans waren begeistert von ihrer "Jeany". In einem, für sie bekannt, knappen Outfit wirbelte die "Rocklady" über die Bühne und präsentierte Songs wie "Rock my life", ihre aktuelle Single "Hold the line" und die Akkustikversionen von Songs wie "How it's got to be".

Nach einer knapp zweistündigen Show von Jeanette hieß es Abschied nehmen vom Brauereifest 2004. Die meisten nicht direkt ansässigen Zuschauer hatten jedoch noch für gut eine Stunde den Anblick des Auerhahns. Hatte man das Glück auf einem der letzten Parkplätze zu stehen, durfte man lange warten. Nach und nach wurden die Parkplätze geöffnet um ein Verkehrschaos zu vermeiden. Dafür konnte man noch diversen Hupkonzerte lauschen :-)
Fotos: Magdalena Pawlas/Michael Vogel
Text: MP / stagePRESS

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