De/Vision: Noob-Tour (Prime Club, Köln)

De/Vision: Noob-Tour (Prime Club, Köln)

De/Vision live verspricht immer einen gelungenen Abend… zum einen, weil die Band selber live einfach richtig gut ist, zum anderen aber auch, weil die beiden Wahlberliner ein ausgesprochen gutes Händchen für Vorgruppen haben. So war auch diesmal jeder, der pünktlich da war, gut beraten…was dadurch etwas erschwert wurde, dass die erste Vorband, ’Akanoid', bereits vor Konzertbeginn laut Homepage des Prime Clubs spielte.


Wobei man beim Aufbau hätte vermuten können, es würde noch eine vierte Band spielen, statt des erarteten Duos ließ sich Hilton Theissen ohne Uwe Lübbers, dafür aber mit drei neuen, dem Anschein nach sehr jungen Mitmusikern blicken - ein Blick auf die myspace-Seite der Band verrät, dass dies wohl eine permanente Veränderung ist. Der Musik hat es nicht geschadet, richtig schönen, melodisch-leichten Synthpop machen die Herrschaften, erinnert mich, auch stimmlich, ein bisschen an Iris, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist.


Die zweite Band des Abends hat sich schon nach vorne gearbeitet...Michigan waren bei der letzten Tour als Opener dabei, dieses Mal durften sie direkt vor De/Vision spielen. Auch hier fehlte ein bekanntes Gesicht, die Schweden sind vom Trio zum Duo mutiert. Auch musikalisch gab es viel neues, den Großteil des Programms bestritten sie mit Songs aus ihrem noch nicht erschienenen neuen Album 'Pulse of pain'. Verständlich und sehr hörenswert...aber ich war sicher nicht die einzige, die sich z.B. über 'Red Dawn' gefreut hätte. Dafür gab es eine sehr orginelle Version der neuen Single 'The Nomad'. Nicht nur, dass die Band zur zweiten Strophe von der Singleversion auf den Frozen Plasma-Remix wechselte, es gab auch noch eine kleine Tanzeinlage von Keyboarder Jonas. Womit wieder mal bewiesen ist, dass schwedische Tastenkünstler bewegungsfreudiger sind als andere.

Und dann war es endlich soweit. Für mich überraschend war die Wahl des Openers - nicht eine der vielen tempogeladenen Nummern auf dem neuen Album 'Noob', sondern das getragene 'Deep Blue'. Dennoch war das Publikum (zumindest die vorderen Reihen) vom ersten Augenblick an wie elektrisiert. Und die wirklich schicke neue Lichterwand kam zu den ruhigeren Klängen besonders gut zur Geltung. Personell war wenigstens hier alles wie erwartet, Steffen Keth und Thomas Adam (ungewohnt mittig platziert) wurden live wieder von Markus Köster am Schlagzeug und Lars Baumgart (und seinem Perserteppich) an der Gitarre unterstützt.




Musikalisch haben sich De/Vision wieder richtig ins Zeug gelegt und allerlei höchst gelungene Live-Umsetzungen gebastelt. Die neuen Songs sind erwartungsgemäß überaus live-tauglich, und neben den üblichen Klassikern gab es auch ein paar Songs aus der Rubrik 'lange nicht mehr und gerne wieder gehört'.


Was man ungewöhnlich selten gehört hat, waren die typischen Keth'schen Schlachtrufe. Nun ist der Prime Club natürlich auch familiär und die Bühne niedrig genug, dass das Publikum mitsamt den dazugehörigen Händen leicht zu finden war. ;-) Gesanglich und konditionell bot Steffen wieder mal ganz großes Kino, trotz bewegender Klagen über die Hitze.

Satte 22 Titel später endete ein sehr tanzfreudiger Abend etwas ruhiger mit 'Still unknown'. Und wie so oft nach De/Vision-Konzerten laufen bei mir seither die Live-CDs rauf und wieder runter, um mir die Stimmung so lang wie möglich in den Alltag zu retten. Der einzige Wehrmutstropfen war, dass es zum Tourauftakt in Erfurt einige schöne alte Titel gab, die in Köln leider nicht gespielt wurden. Wer Zeit hat, dem sei das Abschlußkonzert in Berlin ans Herz gelegt, für das einige Überraschungen angekündigt sind. Außerdem sind De/Vision beim Heimspiel immer eine Reise wert.



Text und Fotos: © Michaela Suchlich

Links:

www.devision-music.de

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www.cruxshadows.com