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Der Verdacht liegt nahe, dass schon -zig Kollegen den sich zu "Subkutan" anbietenden Einstieg "De/Vision gingen dem Publikum unter die Haut" genutzt haben, also lassen wir das - außerdem gab es ja mehr als "nur" De/Vision und Iris, Pluswelt schickte zum hauseigenen Festival noch zwei weitere Bands auf die Bühne der Kulturfabrik in Krefeld.
Opener waren Minerve, letztes Jahr Gewinner des Deutschen Rock/Pop Preises in der Kategorie "Electro Pop Band"- und leider von mir ungehört...es gibt nicht vieles, auf das man sich im Leben verlassen kann, aber dass sich in einer einspurigen Autobahnbaustelle mindestens zwei Autos innig küssen, wenn man es eilig hat, darauf schon.
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Immerhin schaffte ich es noch, die Halle zeitgleich mit Beborn Beton zu betreten. Das Trio mit dem sinnfreien, dafür aber unaussprechlichen Namen machte neben Altbekanntem auch Appetit auf das neue Album, und die Stücke kamen, obwohl unveröffentlicht, auch richtig gut an. Mir persönlich gefiel besonders der ruhigere Auftakt des Auftritts - je mehr Sänger Stefan aufdreht und Stimmung macht, desto weniger kommt für mein Gefühl leider seine Stimme zur Geltung. Auf jeden Fall aber war die Stimmung gut, die Zugabewünsche berechtigt und der Abend hatte nun doch noch gut angefangen.
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Und er ging fantastisch weiter: mit Iris, dem geneigten De/Vision-Fan von der Devolution-Tour noch in guter Erinnerung. Und da hat sich in Sachen Popularität seither einiges getan! Waren sie damals für viele eine positive Überraschung, hatten Reagan Jones und Andrew Sega diesmal eine ziemlich große Fangemeinde mitgebracht, die sie begeistert feierte...es war direkt vor der Bühne sogar beengter als später bei De/Vision. Anders als bei der letzten Tour ließen sich die beiden diesmal von einem Gitarristen musikalisch unterstützen, was ausgesprochen erfreulich anzuhören war! Einer der Höhepunkte für mich (erstaunlicherweise, auf der CD konnte ich mich mit dem Titel nie so recht anfreunden) war "Hell's coming with me", da war wirklich die Hölle los im Saal (und das war jetzt auch der letzte bemühte Titel-Witz, versprochen ;-))
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Ein Auftritt, an dem es nichts, aber auch gar nichts zu mäkeln gab: tolle Stimme, tolle Musik, und noch dazu sind die Jungs unglaublich sympathisch. Wenn Reagan strahlend auf der Bühne steht und sagt, das sei "like Christmas", glaubt man ihm die Begeisterung. Und es gab dann auch tatsächlich Geschenke oder doch zumindest Blumen...und nochmal Sonderapplaus beim Umbau, bei dem die Beiden (noch?) selbst Hand anlegten. Gerne wieder und gerne auch mal abendfüllend!!!
Nach der erfreulich kurzen Umbaupause (Kompliment an die Technik, man hatte grade mal kurz Zeit, die Deko für die Pornobrillen-Tanz in den Mai-Party zu bestaunen, da gings auch schon weiter) war es dann soweit: Wie nicht anders zu erwarten, begannen De/Vision ihren Auftritt mit "Subtronic" - wenn je ein Titel als Intro geschrieben wurde, dann dieser! Die Menge setzte sich dann auch direkt wie aufgefordert in Bewegung, und das blieb sie bis zum Ende.
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Dabei hätte man so schön Filmeraten spielen können bezüglich der Optik der Herren Keth und Adam: Steffen bot sich für die Hauptrolle in einem kubanischen Revolutionsdrama an, während Thomas aussah wie aus "8 Mile" entsprungen - aber für Spielchen war keine Zeit, es wurde getanzt, es wurde mitgesungen, und nach den Händen musste Steffen auch nicht fragen. Selbst gab er tänzerisch auch wieder alles (am Ende des Konzertes musste er dann auch Konditionsschwächen "zugeben"), gesanglich sowieso, knapp zwei Stunden volles Programm mit einem schönen Mix aus alten und neuen Songs, darunter einen kleinen "De/Vision auf Deutsch"-Block (alle beide am Stück) und natürlich alten Klassikern, allen voran das von Anfang an erbettelte "Blue Moon", zudem noch in einem sehr schönen neuen Arrangement.
Kleine Anekdote am Rande: Die Band hatte im Forum über Lieblingstitel für die Tour abstimmen lassen, Blue Moon rangierte unter "Ferner liefen" (weil alle dachten, das gibt es ja sowieso) und nach den ersten Konzerten waren die Klagen laut - sowas passiert, wenn man "strategisch wählt", das merken wir uns für die Zukunft, Jungs und Mädels ;-) Schön aber auch die zahlreichen Balladen, vor allem das sehr getragene "No tomorrow".
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Bleibt noch zu erwähnen, dass Lars Baumgart (Gitarre) und Markus Köster (Schlagzeug) wieder einmal einen wunderbaren Klangteppich gelegt haben (ich kann nichts dafür, "Lars" und "Teppich" gehört einfach zusammen :-))und dass Thomas sich erfreulicherweise wieder einmal darauf besonnen hat, dass er eine mehr als brauchbare Singstimme hat, (leider ein kurzesVergnügen, das nach "The End" schon wieder der Technik zum Opfer fiel). Fazit: De/Vision lohnen sich live immer wieder - wer Lust hat, kann sie auf dem M'Era Luna und dem Bochum Total hören.
Text und Fotos: © Michaela Suchlich
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