Covenant: Modern Ruin Tour

Covenant: Modern Ruin Tour

Krefeld, Kulturfabrik, 11.12.2011

mit Patenbrigade: Wolff und Decoded Feedback

Tour-Abschlußkonzerte machen Spaß. Weil auf der Bühne oft eine ansteckende, fröhliche Endspurt-Stimmung herrscht - und weil oft Dinge passieren, die sonst nicht passieren. So auch auf dem letzten Konzert der Modern Ruin-Tour von Covenant.

Vor Covenant hatte die Planung aber noch zwei Bands gesetzt - nicht unbedingt zur Begeisterung der Fangemeinde, wenn man von der anfangs doch sehr luftig gefüllten Halle ausgeht.

Den Anfang machten Patenbrigade:Wolff.

Hab ich schon mal meine Theorie erwähnt, dass man besonders gute Chancen hat, als Vorgruppe engagiert zu werden, wenn man irgendwie lustig aussieht?

Die Strategie "Musiktheater" mit dem Thema "Wir auf der Baustelle" ging auf jeden Fall auf. Von den orangenen Schutzanzügen über die Bierflaschen (ok, die haben andere Bands auch) bis hin zu Baustellenschildern, die zu Instrumenten umgebaut waren (oder so taten, als ob, wer weiß das schon bei diesen Elektronikbands ;)), wurde das Thema konsequent umgesetzt.


Fachspezifische Texte wie "Der Brigadier trinkt Bier" taten ihr übriges. Nur das schwarze Kostüm von Antje gab Rätsel auf - mimte sie die auftraggebende Architektin oder wollte sie sich nur nicht in Orange hüllen (was ich vollauf verstehen könnte)?

Auf jeden Fall haben die Jungs ihre Baustelle, inklusive Bierkiste und zertrümmertes Keyboard, sehr ordentlich hinterlassen - nachdem sie mit "Applaus"-Plakaten ganz massiv nach Komplimenten gefischt hatten.


Bühne frei für die zweite Band des Abends, Decoded Feedback aus Kanada.

Musikalisch ist das sehr, sehr hübsch, was Yone da aus den Keyboards holt...aber ganz ehrlich, ich persönlich hab schon hin und wieder das Bedürfnis, Marco ein Hustenbonbon zu reichen. Das muss doch im Hals wehtun, was der da macht?

Eine Kostprobe vom neuen Album mit dem schönen Namen "Night Terror" gab es (hörenswert) und einen kleinen Besuch von einem Patenbrigadier mit seinem spielenden Verkehrsschild - das ganze mittlerweile auch von einer durchaus ansehnlichen Menschenmenge, die aber noch eher abwartend reagierte.

Und dann endlich....Intro Covenant.

Langes Intro.

Seeeehr langes Intro.

Und ganz viel Nebel.

Der sollte sich den ganzen Abend bis in tiefe Lagen halten - herbstlich halt, passend zu den Außentemperaturen.




Covenant waren an diesem Abend neben Eskil wieder die beiden Daniels - der mittlerweile zum offiziellen Bandmitglied anvancierte Daniel Myer und Daniel Jonasson, von dem das noch niemand so genau weiß.

Eskil wurde an diesem Abend auf jeden Fall nicht müde zu betonen, dass er mit "the best of friends in the best of bands" auf der Bühne stünde, alle Anwesenden trugen auch gesanglich zur Abendgestaltung bei - und Spaß schien man auf der Bühne auf jeden Fall zu haben, das ist ja auch schon viel wert.


Und dieser Spaß schwappte auch aufs Publikum über, endlich kam Bewegung in den Laden. Man freut sich ja auch immer, Menschen einen Gefallen tun zu können - und Eskils "Thank you SO much for coming out tonight" ging auch wirklich zu Herzen. Die ersten 10 Mal auf jeden Fall, dann kam man doch langsam ins Grübeln: Verpasst man gerade ein wichtiges Großereignis? Hat es inzwischen begonnen, zu schneien und die Strassen sind eigentlich unpassierbar geworden, so dass sich Teile des Publikums durch meterhohen Schnee graben mussten, um hier zu sein? Oder feiern gerade viele Menschen hier ihr Outing und man weiß nichts davon? Soweit ich weiß, trifft nichts davon zu (das mit dem Schnee kann ich definitiv verneinen), so dass als Anwort nur bleibt: Da nicht für, hat Spaß gemacht! Einen neuen Song gab es übrigens auch - hat mich persönlich beim ersten Hören nicht wirklich aus den Schuhen gehoben, aber wer weiß, wie er dann tatsächlich auf der neuen CD klingt und ob er je auf derselben landet...

Und am Schluß gab es dann noch "One World, one sky" in einer Gemeinschaftsaktion aller beteiligten Bands und Verkehrsschilder. Nett anzuschauen, aber ehrlich gesagt nichts, was man unbedingt als Single rausbringen müsste...




Text und Fotos: Michaela Kaebe