Bobo, Bohlen, Bytes und Bibbern

Die diesjährige CeBIT war geprägt von drei Dingen. Zuerst natürlich immer noch die Technik, die CeBIT ist schließlich immer noch die grösste Computermesse der Welt, übrigens diesmal mit einer Rekordbeteiligung aus dem Ausland.

Die zweite Sache, die den ersten Tagen der diesjährigen CeBIT ihren Stempel aufdrückte, war die echt enorme Kälte, der schneidende Wind und Schneeregen. Noch nie war es auf einer CeBIT so kalt, selbst als sie im Jahr 2000 im Februar stattfand, (auf dem selben Gelände wurde ja die Expo 2000 veranstaltet) war es wärmer. 1-2° Aussentemperatur und sicherlich über 20° Temperatur in den Hallen forderte eine kleidertechnische Wandlungsfähigkeit.

Und dann gibt es natürlich die Musik. Die Firmen holen sich mittlerweile gerne Unterstützung aus dem Showbusiness, um ihre Produkte zu promoten.

Am Samstag war es DJ Bobo, der auf den Messeständen von Arcor und O2 auftrat. Der sympathische Schweizer nutze die Gelegenheit, um für die Aktion "schau hin" zu werben, deren Botschafter er ist. Die Aktion wirbt dafür, dass Eltern bewusster als dies häufig der Fall ist, den Medienkonsum ihrer Kinder steuern sollen.

Bobo Bild

Auf dem Arcor-Stand bewies er dann auch seine Kinderliebe, als er spontan einen kleinen Zuschauer, den sechsjährigen Julian aus Sehnde, auf die Bühne nahm und ihn mitsingen und mittanzen ließ, als er einige seiner bekanntesten Stücke vortrug.

Auf der selben Bühne fand einige Minuten später eine atemberaubende Performance von "Holiday on Ice" statt, die von Live-Musikern unterstützt wurde.

Während Arcor mit einer Live-Show die Besucher fasziniert, hat sich O2 etwas anderes ausgedacht und sendet während der Messe-Zeit unter 107,4 MHz in Hannover und Umgebung sein Radioprogramm "FM o2" wo neben Produktinformationen und Interviews auch sehr viel und abwechslungsreiche Musik gesendet wird.

bohlenski

Am Montag war Dieter Bohlen zu Besuch bei FMO2. Er nutze die Gelegenheit, um zu erklären, dass auch er gerne eine Privatsphäre hätte und dass er sich recht häufig von Journalisten belagert fühlt. So verfolgen seine Lebensgefährtin Estefania morgens zwei bis drei Fahrzeuge, wenn sie das Haus verlässt. Diesen Zustand hat er beklagt.

Das Publikum schmunzelte, als er erklärte, dass er am Vortag durch einen Tastendruck zuviel seine gesamte iTunes-Musiksammlung von 15.000 Titeln gelöscht hatte. Zwar hatte er die Titel dann doch noch retten können, aber alle Bewertungen, die Kategorisierung und viele Zusatzangaben sind rettungslos verloren.

Schliesslich machte er sich stark für geringere Preise für online erworbene Musik. Er meint, dass dies die einzige Möglichkeit sei, die Leute dazu zu bringen, nicht mehr so stark ihre Musik aus illegalen Quellen zu besorgen. Die 99 Cent, die derzeit die günstigsten legalen Quellen pro Titel verlangen, sind seiner Meinung nach noch viel zu hoch.

Die CeBIT ist schon lange nicht mehr nur der Ort, wo der neueste Computer präsentiert wird, nein, auch die Unterhaltung kommt nicht zu kurz - wenn es doch nur die gesamte Zeit über so warm gewesen wäre, wie am letzten Tag.

Text: © Michael Vogel

Fotos: © Magdalena Pawlas/Michael Vogel