Blackfield Warm-Up Showcase

Blackfield Warm-Up Showcase

Freitag, 19.06.09, Zeche Carl

Ich bin mir immer noch nicht ganz im Klaren darüber, warum der Abend „Warm up Showcase“ hieß...aber eine phänomenale Aufwärmrunde für das Festivalwochenende war es unbedingt, und sehenswert auch. Von Soman (jetzt neu mit Tanzmäuschen) kann ich das allerdings nur vom Hörensagen berichten, aber pünktlich zur zweiten Band des Abends hatte ich dann die Zeche Carl auch erreicht, in die die Veranstaltung wegen der hohen Nachfrage umgezogen war.


„Wir sind Absurd Minds aus der Landeshauptstadt...naja, nicht aus der hier“ ist natürlich auch eine Art, eine Band anzukündigen. Nach einer relativ langen Pause meldeten sich die Dresdner auf der Bühne zurück. Ihre Fans haben sie nicht vergessen, zumindest die vorderen Reihen feierten frenetisch und sich die Kleider vom Leib reißend. Was nun wirklich nicht unbedingt hätte sein müssen... Man hätte sich auch ein Beispiel an Tilo nehmen können – Männer in Feinripp sind zwar auch nicht der modischen Weisheit letzter Schluß, aber doch...naja, lassen wir das. Die Stimmung war auf jeden Fall gut, nachdem das erste Eis gebrochen war („Mal sehen...einer macht mit – zwei – drei – VIER!!!“). Daniel Myer gab sich die Ehre als Gasttrommler bei „I die alone“ und der durch Johnny Cash berühmt gewordenen Nummer „Hurt“*, die neuen Stücke wurden gut aufgenommen und bei Herzlos verhallte der Aufruf: „Das habt ihr euch gewünscht, nun legt auch los!“ nicht ungehört.






Tja, und dann Seabound mit ihrem „ersten Headliner-Auftritt auf einem Festival“, wie Sänger Frank scherzte. Und headlinerwürdig war es, was die Band da geboten hat. Einer der Auftritte, wo der Funke von Anfang an aufs Publikum übergeht, wo man sich nach gefühlten 10 Minuten fragt, warum die denn jetzt bitte schon von der Bühne abgehen, und ein Blick auf die Uhr einem sagt, dass über eine Stunde vergangen ist. „Wisst Ihr eigentlich, wie dankbar wir Euch sind?“ fragte Frank sein Publikum, dass schnelle wie langsame Stücke mitzelebrierte, bei Kiss einen Texthänger des Mannes im „Hiob“-Shirt eifrig übersang und sogar Luftballönchen mitgebracht hatte. Und dann gab es sogar noch zum ersten Mal überhaupt Torch live zu hören. Der einzige Stimmungstiefpunkt des Abends war die Ankündigung, dass man eben wohl den für lange Zeit letzten Seabound-Auftritt in Deutschland miterleben durfte. Als kleiner Trost wurde angekündigt, dass man im Hause Seabound an neuem Material arbeitet. Da muß man halt erst mal drauf vertrauen und ein wachsames Auge darauf haben... ;-)

* Ja, danke, ich weiß, dass das Stück von den Nine Inch Nails ist...aber wie oft hab ich schon die Gelegenheit, über Johnny Cash zu schreiben und völlig neue Leser via Suchmaschine anzulocken? ;-)

Text und Fotos: © Michaela Kaebe

Blackfield Samstag: www.stage-press.de/reportagen/blackfield09_samstag.html

Blackfield Sonntag: www.stage-press.de/reportagen/blackfield09_sonntag.html