War spät gestern… Und so schaffte ich es erst zu „In Köln ist Christopher Street Day, und in Gelsenkirchen verkleiden sie sich auch“ Teil 1, Pardon, zu Reaper . Vasi Vallis ist mir persönlich ja ohne Make-up und mit weniger utzutzutz deutlich lieber, aber lustig ist das schon, was er da treibt, und wach macht es allemale. Das mit dem bösen Blick muß er noch üben, er fällt halt immer wieder aus der Rolle. (s. Bild)


Neu war er für mich in der Rolle als lockerer Plauderer mit dem Publikum („Frage an die Ausländer: Do you like Gelsenkirchen? Can you pronounce Gelsenkirchen?“), wobei die die Theorie, dass jeder über 35 automatisch ein Techno-Fan ist, persönlich übel nehme ;-) Ach ja, Bierchen von VNV Nation gab es auch wieder.

Lustige Verkleidungsshow Teil 2, Heimataerde . Als Altfeministin heiße ich es natürlich gut, dass sich mal eine Band keine weiblichen Hupfdohlen hält, sondern die Bühne mit Männern dekoriert (die allerdings mehr rumstanden und sich redlich bemühten, grimmig zu gucken), aber trotzdem ist die Mischung aus technoiden Klängen und Mittelalterfestspiel nichts, was ich jeden Tag haben müsste. Das Wetter spielte auch nicht eben mit, der Wind riss Teile der Kreuzritter-Demo kurzerhand mit sich mit und enthüllte schnöde moderne Technologie…




Ernsthafter wurde es mit Assemblage 23 . Allerdings wirkte Tom Shear auf mich auch noch nicht so ganz ausgeschlafen, den hab ich schon mit mehr Elan erleben dürfen. Aber was soll es, die Musik ist großartig und geht in die Beine, und beim Tanzen muß man ja auch nicht unbedingt nonstop auf die Bühne schauen – die inzwischen tageshell war, weil des Windes wegen die schwarzen Vorhänge entfernt worden waren. Schafft natürlich auch nicht grade Clubatmosphäre…


Mit Spetznaz , der Band die letztes Jahr die vermutlich kürzeste Trennung in der Musikgeschichte hingelegt hat, ging es dann wieder so richtig krachig weiter. Sänger Pontus bewies gleich, wie „böse“ er ist. Nach dem ersten Titel zog er seine Jacke aus, stand im roten Spanien-Shirt da und begrüsste die Fangemeinde mit einem freundlichen „Good morning – and fuck you all“. Ich komm ja mit Fussball-Witzen gut klar, ICH fands witzig! Ansonsten war es mir nach diesem Vormittag nun doch etwas viel Kawumm, ich bin Kaffeetrinken und Kontakte pflegen (na gut, tratschen…) gegangen…und hab darüber leider den, wie ich gehört habe sehr guten, Auftritt von [:sitd:] verpasst.




The Crüxshadows waren natürlich absoluter Pflichttermin! Und spassig war es wieder… Das Amphitheater war natürlich ideal für „Auftritt Rogue quer durchs Publikum“, die Bühne allerdings wenig klettergeeignet. Umso mehr Balanceakte auf der Absperrung und Tänzchen im Publikum gab es.

Und – ganz neu – flotte Tanzeinlagen mit der neuen Gitarristin Valerie, die sich als echte Bereicherung eingeführt hat: Ein echtes Showtalent, spielen kann sie und hübsch ist sie auch noch...

Gut gefallen haben mir auch die zwei (!) neuen Violinisten, wobei auf der Bühne JoHanna deutlich präsenter ist. Rogue wirkte etwas kratzig bei Stimme, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Nach wie vor mit Abstand meine Lieblingsband mit Tanzeinlagen!



Ordentlich was los auf der Bühne ist auch bei Schandmaul . Prädikat: Nicht meins, aber gut! Live übrigens in meinen Ohren viel besser als auf CD… Und man durfte was lernen: „Das da hinten ist übrigens ein Schlagzeug – nicht dass ihr denkt, dass sei ein Kasten zum Aufklappen mit Tasten drauf“. Ah ja, danke! :-D Der Auftritt hat Spass gemacht, die Stimmung auf und vor der Bühne war ausgelassen, durch die Anleihen an alle möglichen Volksmusikstile sind Schandmaul auch deutlich abwechslungsreicher als manch andere „Mittelalterband“. Und wenn am Ende alles inbrünstig schmettert „Jeder Atemzug, jeder Schritt, trägt Deinen Namen weit mit sich mit“ – dann ist das in einer schönen Sommernacht schon romantisch…



Und es ging weiter in der Rubrik „gar nicht mein Ding“, mit dem Headliner Lacrimosa . Im Gegensatz zum Vorgänger geht die Band aber auch live nicht an mich. Und da man über Dinge, die man nicht versteht, tunlichst nicht schreiben sollte, sei nur kurz die wirklich hübsche Lichtshow erwähnt…






Danke an die Veranstalter und alle Beteiligten für ein ausgesprochen gelungenes Wochenende – und last but not least ein wichtiger Hinweis: Das zweite Blackfield Festival findet am 27. und 28. Juni 2009 in Gelsenkirchen, Amphitheater statt. Für Getränke auf der Bühne ist gesorgt, als Headliner bestätigt sind nämlich bereits VNV Nation , außerdem dabei: ASP

Text und Fotos: © Michaela Kaebe

Der Freitag: www.stage-press.de/reportagen/blackfield08_freitag.html

Der Samstag: www.stage-press.de/reportagen/blackfield08_sa.html