Blackfield Festival 2008: Freitag, 4. Juli

Blackfield Festival 2008: Freitag, 4. Juli

Am 04. – 06. Juli fand zum ersten Mal das Blackfield Festival in Gelsenkirchen statt – und die Premierenveranstaltung ist ausgesprochen gut geglückt! Eine wunderschöne Location, ein gelungenes Line-up und eine fast familiäre Atmosphäre haben das vergleichsweise kleine, aber sehr feine Festival geprägt.

Ursprünglich waren nur zwei Tage geplant gewesen – aber nach dem Motto „So viele Bands, so wenig Zeit“ hängte man kurzerhand den Freitag noch dran…und das hochkarätig!

5 Bands waren am ersten Tag am Start. Die ersten beiden, Pink turns Blue und Stromkern, hab ich leider nicht geschafft, war aber immerhin pünktlich zum ersten großen Highlight da: Icon of Coil , die nach vier Jahren erstmals wieder auf einer Bühne standen – und das auch noch exklusiv in Deutschland! Und sie haben einen klasse Auftritt hingelegt. Nichts gegen Combichrist, aber das ist dann doch mehr meine Baustelle. ;-) Ebenfalls angetan waren Ronan und Mark von VNV Nation, die die dürstenden Kollegen auf der Bühne mit frischem Bier versorgten. Andy La Plegua stand wie gewohnt nicht einen Moment still, grinste wie ein Honigkuchenpferd und hatte merklich Spaß. Und das Publikum mit ihm! Einen netteren Einstieg in ein Festivalwochenende kann man sich eigentlich nicht wünschen.






Auch die nächste Band war lange nicht zu sehen gewesen und liefert seit dem letzten Sommer ein Comeback der ganz eigenen Art. Oder in den Worten von Frontman Sven Friedrich: „Wir spielen heute nur alte Sachen – wir haben nämlich keine neuen.“ Macht eigentlich nichts…es war schön, die alten Sachen von The Dreadful Shadows mal wieder zu hören. Ungewohnt (oder narrt mich die Erinnerung?): eine Background-Sängerin, die Sven mal mitschreiend, mal mit hellem Sopran unterstützte. Eine Coverversion gab es natürlich auch: True Faith von New Order, sehr schön! Und gegen aufkommende Melancholie die eine oder andere Kostprobe des trockenen Berliner Humors. So z.B. am Ende des Auftritts: „Das letzte Lied haben wir zuletzt gespielt, als es uns noch in echt gab. Und da war det gloob ick anders gemeint jewesen.“ Gemeint ist The Cycle.

Den Headliner gab eine Band, die seit ihrer Gründung nie wesentlich pausiert und soweit ich mich erinnern kann auch keine Festivalsaison „geschwänzt“ hat – böse Zungen sagen „leider“. Die Rede ist von Blutengel, die wie gewohnt theatralische Klänge um Blut und Untergang zum besten gaben - ohne Instrumente, aber mit aufwändiger Inszenierung, Feuerwerk, Videoprojektion und mehr oder weniger bekleideten Tänzerinnen. An einem lauen Sommerabend, auf den Stufen des Amphi-Theaters sitzend (habe ich erwähnt, wie wunderschön die Location ist), den Blick gelegentlich versonnen aufs Wasser gerichtet, aber durchaus nett anzuschauen.





Text und Fotos: © Michaela Kaebe

Der Samstag: www.stage-press.de/reportagen/blackfield08_sa.html

Der Sonntag: www.stage-press.de/reportagen/blackfield08_sonntag.html