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Köln, Gloria, 18.11.2008
Ich weiß nicht, wer die mittlerweile bis zum Geht-nicht-mehr wiederholte Aussage, Anne Clark sei die „Grande Dame des Wave“ verbrochen hat. Aber wenn man erlebt hat, wie sie ein Publikum in ihren Bann zieht (und wie sie nachsichtig lächelnd auf der Bühne steht und zuguckt, wie ihre Musiker und ihr Publikum zu schnelleren Stücken abgehen ;-)) – dann kann man verstehen, warum es einer vom anderen abschreibt. Es passt einfach.
Also: Die Grande Dame des Wave gab sich in Köln die Ehre. (Tschuldigung…) Gemeinsam mit den bereits von der From the Heart-Tour bekannten Musikern, mit denen sie auch ihre aktuelle CD „The smallest acts of kindness“ eingespielt hat. Und allein des lustigen Effekts wegen, dass Jeff Aug, der Mann an der Gitarre, bei jedem Lied, Ballade oder nicht, über die Bühne rockt, während die „Frontfrau“, Tanznummer oder nicht, immer cool bleibt, sollte man ein Konzert der Tour besuchen.
Es gibt auch noch bessere und wichtigere Gründe: Ein großartiges neues Album, das auch komplett gespielt wird. Die alten Klassiker, die ein wichtiger Bestandteil des Szene-Weltkulturerbes sind: Stücke wie Wallies, Counteract und natürlich Our Darkness und Sleeper in Metropolis. Für die spannend inszenierte Live-Version dieses Titels allein hätte sich das Kommen gelohnt.
Aber (und das sage ich als Anne Clark-Fan der ersten Stunde!) am stärksten ist sie, wenn es leise und akkustisch wird. Beim herzzerreißenden „Know“ zum Beispiel oder beim Anti-Religions-Titel „Psalm“.
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Und wie gesagt, tolle Musiker hat sie dabei. (NB: Wie kommt eine teilweise in Leipzig lebende Engländerin eigentlich dazu, mit Allgäuer Musikern in Biberach (!) ein Album aufzunehmen? Und gilt das dann schon als Weltmusik? ;-)) Man lernt sie im Laufe des Abends näher kennen. Statt Vorgruppe gibt es, wie schon auf der „From the heart“-Tour, einen „Das machen wir, wenn wir nicht mit Anne Clark arbeiten“-Teil. Murat Parlak, der Mann mit den unglaublich vielen Anschlägen pro Minute, durfte das ja sogar auf der CD (Zest!). Live wird die ohnehin große musikalische Spannbreite so noch um Hip Hop mit Rainer von Vielen und Klassisches für Piano und Cello erweitert.
Ms. Clark verlässt für diese Einlagen die Bühne. Die Frau muß nicht zwanghaft im Mittelpunkt ihrer eigenen Show stehen. Hat sie auch nicht nötig - alle Augen und vor allem Ohren gehören sofort wieder ihr, wenn sie zurückkommt. Eine Grande Dame eben.
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Setlist:
If
Homecoming
Nightship
Elegy
Hardest Heart
Psalm
Know
Waiting
Off Grid
Counteract
Wallies
Sleeper in Metropolis
Prayer before Birth
(Rainer von Vielen)
Zest!
Full Moon
Boy Racing
Journey by Night
Now
As soon as I get home
Our Darkness
Text und Fotos: © Michaela Kaebe
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