And One und Gäste im Stahlwerk, Düsseldorf

And One und Gäste im Stahlwerk, Düsseldorf

Stahlwerk, Düsseldorf, 5. 11.2011

Einlass 16 Uhr. Einlass 16 Uhr???? Nein, kein Knick in der Optik, das steht das tatsächlich. Und der frühe Einlass war auch nötig, And One haben aus ihrer Tour ein Synthpop-Festival gemacht. Mit einer Vorgruppe und zwei Special Guests.

Das illustre Ereignis zog Fans aus einem weiten Umkreis an – ein Glück für Minerve-Sänger Daniel, eigentlich hört man die Begrüßung „Hallo, Köln“ in Düsseldorf nicht so gern. ;-) Die Schweizer boten einen gelungenen Start in den Abend, fürs Ohr und fürs Auge – was auch an wirklich fantastischem Licht und sehr gutem Sound lag. Und das bei der Vorband – das weckte Hoffnungen...





Leider verfrüht. Bei De/Vision waren Licht und Sound eher „clubbig“, um es mal nett auszudrücken. Was ausgesprochen schade war – oder lasst es mich so ausdrücken, es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Und bis auf einige dauermaulende Naghavi-Schlampen (hey, das steht auf deren Shirts, da kann ich nichts für!) hatte auch das Publikum sehr viel Spaß. Sogar eine Zugabe wurde gefordert und die Frage „Nun lasst mal sehen, ob Düsseldorf mehr drauf hat als Karneval“ durfte spätestens nach Your hands on my skin als bejaht betrachtet werden.


Mit mehr Licht, aber genauso viel Spaß ging es weiter: Camouflage. Die Band – nach eigenen Angaben war es das erste Konzert in Düsseldorf – war vom Publikum allerdings nicht ganz so angetan: „Wir sind die Düs-sel-dor-fer“ verulkte Heiko die Leute aus der Kraftwerk-Stadt zur Melodie von Roboter. Dabei wurde sogar Shine, ein Song vom für 2012 angekündigten Album „Greyscales“, aus dem Stand mitgesungen, das erlebt man ja auch nicht alle Tage. Hörproben wie Auftritt weckten auf jeden Fall Lust auf die neue CD und die Tour!




Und dann betraten sie gemessenen Schrittes die Bühne, And/One, jetzt wieder in Urbesetzung und, wie Steve nicht müde wurde zu betonen: „Wieder eine echte Band“. Nun, mag sein, dass im Studio jetzt alles anders ist als sonst – auf der Bühne hat sich nicht viel geändert, Steve und ein paar Leute hinter Keyboards halt. Gut, Joke Jay hat High gesungen...aber sonst? Ach ja, neue Songs gab es auch, und man hatte, weil man ja als Band arbeitet, im Studio viel mehr Spaß, hat Steve erzählt (erzählt hat er überhaupt viel) – beim ersten Hören schlugen die allerdings nicht so ein wie die der Vorgänger. Wobei es ja durchaus eine originelle Idee ist, die B-Seite einer noch nicht veröffentlichten Single zu spielen.

Cover-Versionen gab es natürlich auch, u.a. The Walk („Das kann ich noch 1000 mal singen, es klingt einfach nicht wie das Original“) und natürlich auch was von Depeche Mode, als Vorgeschmack auf die „Cover for the masses“-Tour im nächsten Jahr. Wieder mit illustren Special Guests übrigens (Covenant und Welle: Erdball), allerdings wohl ohne „VIP-Bereich“, den es diesmal noch gab. Wobei ein sehr breiter Fotograben zwar traumhafte Arbeitsbedingungen schuf, aber auch eine gewisse Distanz zwischen „VIP“-Fan und Band. Oder mit den Worten von Steve: „Ihr seid aber weit weg...guckt mal, hier vorne ist es schön. Die haben alle 100 Euro bezahlt!“ Ähm...nein. Aber vielen Dank für einen ausgesprochen netten Samstag.



Text und Fotos: Michaela Kaebe