Aida - mehr als nur ein Schiff

Aida - mehr als nur ein Schiff

Wenn wir "Oper" hören, was stellen wir uns dann darunter vor? Seltsame Leute, in noch seltsameren Kostümen gekleidet, die auf einer Bühne mit mehr oder weniger sparsamer Dekoration herumlaufen und unverständliche italienische Lieder trällern.

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Gut, italienisch haben sie gesungen. Aber die Bühne war alles andere als die eines Provinztheaters. Mit vielen Tonnen Sand, Hunderten von Statisten, mehreren Pferden, einem Falken und sogar etwas Pyrotechnik wurde in der TUI-Arena in Hannover eine eindrucksvolle Atmosphäre geschaffen.

Insbesondere im ersten Akt herrschte ein reges Treiben auf der Bühne - zum Glück hob die ebenfalls sehr gute Beleuchtung die Hauptcharaktere durch Spotlights hervor, so wurde durch das Licht die Stimmung betont.

Die Handlung ist schnell erzählt. Im alten Ägypten verliebt sich der Heerführer Radames in die Sklavin Aida. Sie ist die Tochter des äthiopischen Königs, also des Erzfeindes der Ägypter. Leider hat auch die Tochter des Pharao ein Auge auf Radames geworfen. Zwei Frauen - ein Mann, das kann nicht gut gehen, was man gleich am Anfang merkt.


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Aber die Geschichte ist eher zweitrangig. Schon alleine weil der Gesang nicht übersetzt und somit in der Originalfassung (Italienisch) gesungen wird, was wohl die wenigsten Besucher wirklich verstanden haben. Gestört hat es aber sicherlich nur wenige, denn vor jeder Szene wurde schon von einem Geschichtenerzähler verraten, was wir als Nächstes sehen würden.

Der wichtigste Teil von Aida war aber der Gesang. In den Ohren eines Oper-Unerfahrenen klangen die Stimmen wirklich gut - die Befragung eines erheblich kundigeren Zuschauers bestätigte dann diesen Eindruck.

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Das wahre Erlebnis jedoch war das komplette Drumherum: Ein Falke, der durch die Arena fliegt, Pferdegespanne, die mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch die Kurven flogen, Explosionen, Feuersäulen, beeindruckende Requisiten und einfach unheimlich viele Statisten - das hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Die TUI-Arena in Hannover war zur Premierenvorstellung nahezu ausverkauft, und die meisten der Zuschauer dürften begeistert nach Hause gefahren sein. Nur der bereits erwähnte opernkundige Zuschauer meinte, Aida in der "Royal Albert Hall" wäre noch besser gewesen - dass er diese Aussage irgendwann am Abend machen würde, darauf hatte seine Tochter im Vorfeld schon gewettet.

Text: Michael Vogel

Fotos: Michael Vogel/Magdalena Pawlas