Amphi Festival 2011, Sonntag

Amphi Festival 2011, Sonntag

Mit Auftritten von She's all that, Der Fluch, Ordo Rosarius Equilibrio, Diorama, De/Vision, In the Nursery, Nitzer Ebb, Kirlian Camera und Covenant.

Außerdem mit noch mehr Regen, langen Umbaupausen, Cocktails im Zelt, einem Gipfeltreffen von Urgesteinen und noch einem Lob an die Veranstalter, diesmal für das vielfältige Speiseangebot. Von chinesisch bis bayerisch für jeden was dabei...

Ungewohnterweise fing der Tag nicht auf der Hauptbühne, sondern im Staatenhaus an: Der Fluch hatte eine viertel Stunde Vorsprung. Na gut, ein bischen Punk am (gefühlt) frühen Morgen macht munter, hat man sich vielleicht gedacht...aber auch wenn Kollegen-Bashing natürlich eine ehrenwerte Punk-Tradition ist, bleibt es inhaltlich ein Rätsel, warum Sänger Deutscher W. gefühlt 10 Minuten damit verbringt, dem staunenden Publikum zu erzählen, wie doof er das viele Gelaber bei Samsas Traum fand und dass er sowas nieee... Hat was von diesen Radiosendern, die einem nach jedem zweiten Lied per Störer-Jingle mitteilen, dass es bei ihnen Musik ohne Unterbrechungen gibt. Aber lassen wir das. Es gab ja noch mehr, über das man sich wundern konnte.




She's All That zum Beispiel. Mit Gummimasken, Astronautenanzügen und Konfettikanonen wieder mal ein Beleg für die These, das Opener gern mal ob ihres farbigen Auftretens ausgewählt werden. Musikalisch fand ich sie mehr so naja.


Ordo Rosario Equilibrio hatten ordentlich Verspätung bei ihrem Auftritt, der entsprechend gekürzt werden musste. Kein Wunder, die kommen ja auch nicht nur mit dem einen oder anderen Keyboard, und für die Menge an Instrumenten war die viertel Stunde einfach knapp bemessen. Schön wars, ruhig, entspannt und entspannend, in Verbindung mit der jetzt schon ziemlich stickigen Luft eine etwas einschläfernde Mischung allerdings.

Eventuell aufgetretene Schlappheit wurde aber durch Diorama gleich wieder verscheucht. Wobei auch der geschätzte Herr Wendt noch nicht ganz wach zu sein schien - wie sonst war sein fröhliches "Guten Abend, Köln" zu erklären - um 13.30 Uhr Ortszeit? Es gibt ja Bands, denen könnte man stundenlang zugucken, selbst wenn die Musik einem nicht gefallen würde. Gefällt einem die Musik dann auch noch, kann man eigentlich nur eines sagen: Zu kurz. Viel zu kurz! Mehr Grimassen, mehr Sportphantomime, mehr Diorama bitte.




Und weiter zur nächsten Band aus der Rubrik "Immer wieder gerne": De/Vision . Fast verloren wirkten die Zwei auf der großen Bühne, ohne Bandunterstützung, ohne optischen Schnickschnack. Dafür hatten sie ein richtig schönes Mitsing-Set dabei mit vielen alten Klassikern. Hätte auch gerne noch ein bischen so weitergehen können.




Ruhiger war es wieder in der Halle bei In the Nursery. Oder sagen wir episch-mystisch. Mit viel stimmungsschaffendem Nebel. Ein bischen arg viel für meinen Geschmack, ich hätte den Leuten gern auch beim Musizieren zugeguckt. Zum Zuhören war es auf jeden Fall wunderschön.




Nach einer längeren Zeltpause (es regnete, und die Kombination Cocktail und Zelt war gar zu verlockend) ging es weiter mit den nächsten Urgesteinen: Nitzer Ebb . Tja, was soll man sagen...da ist was los auf der Bühne! Und vor der Bühne. Und spätestens, als dann auch noch die Herren von den Krupps zur Zugabe (Machineries of Joy) auf die Bühne kamen, war klar: Das sind die Momente, für die es Festivals gibt.







Kirlian Camera begannen ihren Auftritt mit einem ellenlangen Intro: Brahms, wenn mich nicht alles täuscht? Und jede Menge Lesestoff. Was es dafür nicht gab, war Bühnenlicht. Schade, besonders für die Herren. ;) Zu hören gab es viel Schönes, unter anderem auch zwei Coverversionen: Hymn von Ultravox und Comfortably Numb von Pink Floyd.




Auch bei Covenant fand leider keiner den Schalter für die Bühnenbeleuchtung. Macht aber nichts, dafür war Eskil sehr drauf aus, das Publikum zu erleuchten: Celebrate yourself for who you are and what you are, and always remember the beauty and the grace and the power and the passion! :-) Power hatte auch der Auftritt, ausgesprochen spassiger, gelungener Abschluss eines sehr gelungenen Festivalwochenendes!

Das nächste Amphi Festival findet am 21. und 22. Juli statt, mit dabei unter anderem The Sisters of Mercy, Camouflage, DAF, Mono Inc., Corvus Corax, Coppelius, Haujobb, Seabound, Tyske Ludder und Whispers in the Shadow

Text und Fotos: Michaela Kaebe