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Das Underground ist für Konzerte in tropischen Nächten ein riskantes Pflaster …drinnen ist es heiß, draußen lockt ein wunderschöner Biergarten, da fällt es nicht immer leicht, seinen Platz in der Sonne aufzugeben und sich dem offiziellen Programm zuzuwenden. Aber wie sagt das Wörterbuch? “Unter Propaganda im allgemeinen Sinn versteht man eine gezielte Botschaft, die zu dem Zweck verbreitet wird, andere zu einem bestimmten Handeln und Denken zu bewegen.“ Also: hoch von der Bank, raus aus der lauen Luft und „Propaganda“ live erleben.
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Wie immer haben es die “Kleinen” (aka Vorgruppe) besonders schwer, in diesem Falle X-Divide, die ihr allererstes Konzert tapfer in einen, wohlwollend formuliert, halbleeren Saal hineinspielten. Dafür haben sie sich wacker geschlagen - musikalisch auf jeden Fall, und auch die Performance war unter diesen extrem erschwerten Bedingungen mehr als akzeptabel. Wen das Ganze irgendwie an eine andere Band erinnert hat, der wusste spätestens als X-Divide ihrem Produzenten Vasi Vallis dankten und ihm zu Ehren eine (recht gelungene, alle Achtung!) Coverversion des Namnambulu-Titels “Now or never” zum Besten gaben, dass er nicht ganz falsch lag.
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Intros sind etwas Schönes…erstens sowieso, zweitens können sie auch wichtige Funktionen erfüllen, z.B. denen, die nicht gemerkt haben, dass die Herren Melotron nicht mehr im Biergarten sitzen, klarzumachen, dass jetzt dann doch der Zeitpunkt gekommen ist, sich langsam von der Bierbank zu erheben. Pünktlich zur neuen Single “Liebe ist Notwehr” standen dann doch die meisten auf ihrem Platz - wobei die Menge allgemein überschaubarer war als von früheren Touren gewöhnt und “stehen” erst mal das Gebot der Stunde zu sein schien.
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So konnte man auch von echtem Auftauen (blöde Metapher bei den Temperaturen) nicht sprechen, der nun folgende Ausflug in die neue CD “Propaganda” brachte wieder ziemlich viel Ruhe in den Raum, so richtig abgefeiert (und damit mein ich gefeiert, wenn Melotron-Fans loslegen, dann legen sie los!) wurden deutlich stärker die älteren Titel, insbesondere natürlich die Klassiker wie “Gib mir alles” (und plötzlich wurden die Papierfähnchen, die es kostenlos am Merchandising-Stand gab, tatsächlich eingesetzt), “Brüder” oder “Kein Problem”. Um die allseits beliebte Rubrik “Kein Problem rewritten” fortzusetzen: Wir lernten, dass jeder weiß, dass der Kanzler inzwischen eine Frau ist, und das alles auch dann kein Problem ist, solange Fahnen zu sehen sind.
Bewegung kam erst in den Saal, als man sich musikalisch in die Vergangenheit wagte. Die Bemerkung “Wir sollten viel mehr alte Songs spielen” zollte der besser werdenden Stimmung Tribut, ansonsten hatte Andy den ersten Teil des Abends mit “Da geht noch mehr…aber wenn man sich schon im Biergarten getroffen hat, nimmt man sich nicht mehr so richtig ernst” nicht ganz unzutreffend beschrieben.
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Der offizielle Teil des Abends klang nachdenklich mit “Der blaue Planet” aus - Fortsetzung folgte, wie sollte es anders sein in einer tropischen Nacht im Underground, im Biergarten…
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Text und Fotos: © Michaela Suchlich
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