Was macht man, wenn es an einem Sonntag im Dezember nass und kalt ist? Entweder man bleibt zuhause, setzt sich an den Kamin und geht früh ins Bett, oder aber man geht auf ein Konzert. Diejenigen, die sich am 11.12. für das Konzert im Capitol entschieden haben, haben es richtig gemacht. Melanie C. war da - und heizte stärker ein als jedes Kaminfeuer.
Bevor wir ihr lauschen konnten, hatte "Linus Troy" die Aufgabe, für Stimmung zu sorgen - und er machte seine Sache gut. Er fing er mit einer Ballade an, die seine Stimme gut zur Geltung brachte. Aber es blieb nicht bei "leise". Jedes Stück war anders. Mal schnell, mal langsam, aber immer gut. Dem Publikum gefiel es.
So eingeheizt warteten die Zuschauer auf den Hauptakt. Und warteten, und warteten. Während auf der Bühne die Instrumente gestimmt wurden, klatschte sich das Publikum zwischendrin wach.
Dann war es endlich soweit. Mel C. betrat die Bühne und der Applaus kannte keine Grenzen. Mit "Beautiful Intentions", nur begleitet von zwei Akustikgitarren, verzauberte sie die Zuschauer gleich von der ersten Minute. Auch das nächste Stück, ist eher ruhig, gefolgt von "Better Alone", das ebenfalls ruhig anfängt.
Aber es geht nicht so ruhig weiter. "Northern Star" bringt Bewegung ins Publikum, und zu "Yeh, Yeh, Yeh" tanzen alle - Mel C. eingenommen. Sie hat eine beeindruckende Bühnenpräsenz. Sie benötigt keine tolle Beleuchtung, keine Stroboskope, nichts. Sie wirkt von alleine. Wenn sie singt, geht sie in der Musik auf. Wenn sie tanzt, bricht sie Männerherzen gleich im Dutzend.
Die nächsten drei Titel hält sie diesen Schwung durch, "Don't need this" beendet dann den schnellen Teil. Die darauf folgende Ballade lässt alle wieder entspannen. Zum Ende ihres Gesangs verlässt sie die Bühne, während die Band noch ein längeres Instrumental-Solo spielt.
Pünktlich zu "You Will See" ist sie wieder auf der Bühne, sie hatte sich in der Zwischenzeit umgezogen und trug nun ein glitzerndes Top. Als sie ihr nass geschwitztes Handtuch schwingt, um es in die Menge zu werfen, verhalten sich auf einmal die Männer genau so, wie sie es eigentlich immer den Frauen vorwerfen, wenn ein Mann auf der Bühne das selbe tut. Sie schreien, rufen, winken mit den Armen. Als sie das Handtuch dann wirft, werden die Arme in die Luft gerissen, jeder möchte es haben, aber nur einer wird damit nach Hause gehen können.
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"Never Be The Same Again" läutet die Runde der älteren Titel ein, oder "Back to the 90's", wie sie selber sagt. Bei "When You're Gone" hält sie das Mikrofon ins Publikum und ist heftig am Dirigieren. Auch bei "Last Night On Earth" sind die Zuschauer aktiv dabei. Sie singen an den passenden Stellen "Don't Stop", Mel C. ruft zwischendrin zum Tanz auf - "Let's Dance" - und macht es beeindruckend vor. Wie auch beim folgenden Titel, bei dem sie einen halben Veitstanz hinlegt, sich auf den Bühnenboden legt und sich sonstwie verrenkt.
"Next Best Superstar", ihre persönliche Abrechnung mit der Musikindustrie beendet dann den regulären Titelreigen des Abends. Alle sind am klatschen, die Stimmung ist auf dem Höhepunkt und sie meint, das Publikum sei "fucking great".
Zum Glück gibt es Zugaben. Die Erste ist gleich der Titel, auf den sicherlich viele gewartet hatten, "First Day Of My Life", ihre aktuelle Single, die die Titelmelodie der ZDF-Telenovela "Julia - Wege Zum Glück" ist. Sie bedankt sie sich bei den Hannoveranern mit einem "Special Thank" - schliefllich wurde das Video zu diesem Titel in der Innenstadt von Hannover gedreht.
Einen würdigen Abschluss erhält der Abend mit einem Doppelpack. "I Turn To You", zuerst in einer rein akustischen Variante, dann der selbe Titel erneut, aber in einer Fassung, die man getrost als "laut" bezeichnen konnte. Sie verabschiedet sich mit einem "Deutschland, ich liebe dich", dann ist der Abend beendet.
Es war ein durchweg gelungener Auftritt einer Künstlerin, die nicht nur sehr gut singen kann, sondern auch noch sehr sympathisch ist und einfach nur wirkt.
Text: © Michael Vogel
Fotos: © Magdalena Pawlas
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